Pressemitteilungen
2008
PM 037/2008
»Frauen um George«: Im Deutschen Literaturarchiv Marbach beschäftigt sich eine wissenschaftliche Tagung mit 14 Frauen aus dem Umkreis des Dichters
Marbach, 17. April 2008 —
In der Forschung zu Stefan George und dem sogenannten George-Kreis herrscht Übereinstimmung, dass Frauen dort keine Rolle spielten. George und sein Kreis wurden häufig über Äußerungen wahrgenommen, die sich gegen jede Form der Frauenemanzipation aussprechen und bisweilen misogyne Züge aufweisen. Und doch haben Frauen bis etwa 1900 eine entscheidende Rolle in und für Georges Dichtung, außerdem für sein ganzes Leben und sein Nachleben gespielt.
Im Deutschen Literaturarchiv Marbach beschäftigt sich von Freitag bis Samstag, 25. und 26. April 2008, eine wissenschaftliche Tagung mit 14 »Frauen um George«. Sie begleitet die Ausstellung »Das geheime Deutschland. Eine Ausgrabung« im Literaturmuseum der Moderne, formuliert Widersprüche zwischen Kreispropaganda und Kreisleben, forscht nach ihren Entstehungsbedingungen und stellt die Situierung der Frauen in Georges Umfeld dar. Die Tagung findet in Zusammenarbeit mit der Stefan George-Stiftung statt und wird von der Thyssen-Stiftung gefördert. Den öffentlichen Abendvortrag am Freitag, 25. April 2008, 20 Uhr, im Humboldt-Saal des Archivs hält der Berliner Literaturwissenschaftler Ernst Osterkamp über »Frauen im Werk Stefan Georges«.
Die Tagung eröffnet am Freitag, 25. April, Wolfgang Braungart (Bielefeld) mit einem Beitrag über Georges »Poetik der Entschiedenheit«. Im Anschluss referiert Elisabeth Höpker-Herberg (Herscheid) über Ida Coblenz, Hanna Köllhofer (Duisburg-Essen) spricht über Hanna Wolfskehl. Jan Andres (Bielefeld) beleuchtet die »Frauenfeindlichkeit des Kreises«, und Ute Oelmann (Stuttgart) setzt sich mit George und Gertrud Simmel auseinander. Am Samstag, 26. April, folgen von 9 Uhr an Referate über Gertrud Kantorowicz (Michael Philipp, Berlin), Margarete Susman (Jürgen Egyptien, Aachen) Edith Landmann (Carsten Dutt, Heidelberg) Marie Luise Gothein (Michael Maurer, Jena) Clothilde Schlayer (Maik Bozza, Stuttgart) Erika Schwartzkopff (Carola Groppe, Hamburg), Fine von Kahler (Barbara Picht, Berlin) und Elisabeth Salomon (Gunilla Eschenbach, Marbach).
Foto: Stefan George und der »Fitzlibutzli«, die erste George-Büste von Ludwig Thormaehlen, 1924. Foto: Stefan George-Archiv. (Bitte zum Vergrößern auf das Bild klicken)

