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2008

PM 038/2008

»Szenen einer Ideengeschichte der Bundesrepublik«: Stephan Schlak stellt im Deutschen Literaturarchiv Marbach sein Porträt von Wilhelm Hennis vor

Marbach, 22. April 2008 —

Seit ihren Anfängen begleitet der Politikwissenschaftler Wilhelm Hennis die Bundesrepublik kritisch, mitunter zornig und mit sicherem Gespür für die Praxis. Nun hat der Berliner Politikwissenschaftler, Publizist und Kritiker Stephan Schlak dem streitbaren Wissenschaftler ein Buch gewidmet. Über »Wilhelm Hennis. Szenen einer Ideengeschichte der Bundesrepublik« spricht Schlak am Dienstag, 29. April, 20 Uhr, im Berthold-Leibinger-Auditorium des Literaturmuseums der Moderne in Marbach mit Dr. Reinhard Laube, stellvertretender Leiter der Bibliothek des Deutschen Literaturarchivs. Der Eintritt beträgt 5,-/3,- Euro.

Wer ist Wilhelm Hennis? »Leidenschaftlich, wild und gelehrt« charakterisierte Thomas Nipperdey das intellektuelle Temperament des nunmehr 85-jährigen Wilhelm Hennis. Schlak antwortet auf diese Frage, indem er Hennis als »Durchkreuzungsphänomen« der Bundesrepublik Deutschland darstellt – als einen allzeit streitbaren Lehrer der Politikwissenschaft, der sich in die klassische Tradition der Lehre vom guten politischen Handeln stellt und gegen das bloße Theoretisieren um der Theorie willen ankämpft – der aber selbst nur in Ansätzen zum politischen Handeln gelangte.

Hennis hatte seine universitäre Karriere 1945 in Göttingen begonnen, wo er 1951 mit einer Arbeit über »Das Problem der Souveränität« promoviert wurde. Ein-blicke in die praktische Politik gewann er als wissenschaftlicher Mitarbeiter des SPD-Bundestagsabgeordneten Adolf Arndt. Nach seiner Habilitation im Jahr 1960 an der Universität Frankfurt erhielt er einen Ruf an die Pädagogische Hochschule Hannover. 1962 wurde er Professor an der Universität Hamburg und 1967 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Heute ist er dort emeritierter Professor am Lehrstuhl für Politische Theorie (Seminar für Wissenschaftliche Politik). Aufgrund einer kurzfristigen Erkrankung kann Wilhelm Hennis an dem Marbacher Gesprächsabend leider nicht teilnehmen.