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2008

PM 041/2008

Zum Abschluss der Frankfurter Hölderlin-Ausgabe: Angelika Luz und das Athena-Quartett führen im Deutschen Literaturarchiv Marbach den vierten Teil von Hans Zenders Hölderlin-Zyklus »Mnemosyne – Hölderlin lesen« auf

Marbach, 02. Mai 2008 —

In Stefan Georges Zeitschrift »Blätter für die Kunst« hat Norbert von Hellingrath 1910 die von ihm entdeckten Pindar-Übertragungen von Friedrich Hölderlin veröffentlicht. 1912 begann er die erste historisch-kritische Werkausgabe. 50 Jahre später, 1962, erschien Dietrich E. Sattlers erste, von vier Holzschnitten begleitete Hölderlin-Edition als Druck der Werkkunstschule Kassel. Seine 1975 vorgestellte Frankfurter Hölderlin-Ausgabe schließlich revolutionierte die Welt der Editionen. In diesem Frühjahr hat D. E. Sattler  mit dem 20. Band, der »Chronologisch-integralen Edition«, die im Stroemfeld Verlag erscheinende Ausgabe abgeschlossen.

Aus diesem Anlass findet am Donnerstag, 8. Mai, 19 Uhr, im Humboldt-Saal des Deutschen Literaturarchivs Marbach ein Gesprächskonzert statt, das die Rolle Georges für die Wiederentdeckung von Hölderlins Lyrik zu Beginn des 20. Jahrhunderts hör- und sichtbar macht. Über Hölderlin spricht D. E. Sattler, der Komponist Hans Zender führt in den vierten Teil seines Hölderlin-Zyklus »Mnemosyne – Hölderlin lesen« ein.

Im Anschluss an das Gespräch präsentieren das Athena-Quartett und die Sopranistin Angelika Luz Hans Zenders Werk, das 2001 in Witten uraufgeführt wurde. Es ist der vierte Teil seines Zyklus »Hölderlin lesen«, in dem Hans Zender Wege zu finden versucht, die gewaltigen Sprachstrukturen Hölderlins so in die zeitliche Form der Musik einzubetten, dass sie Funktionen der musikalischen Form übernehmen, ohne in ihrer Eigenkraft geschmälert zu werden. »Zwei autonome Künste durchdringen sich auf diaphane Weise, ohne sich zu überformen oder auszulöschen; es handelt sich um einen Dialog, nicht um eine Vereinnahmung durch Hierarchisierung«, erläutert Zender sein Werk.

Das Athena Quartett wurde 1999 in Berlin gegründet und arbeitet intensiv mit Komponisten wie Hans Zender, György Kurtág und Henri Dutilleux zusammen. Daneben setzt es sich intensiv mit den Werken der Wiener Klassik unter Aspekten historischer Aufführungspraxis auseinander.

Angelika Luz studierte Gesang an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart und hat dort seit 2007 selbst eine Professur für Gesang inne mit dem Schwerpunkt Neue Vokalmusik. Als Opernsängerin war sie an zahlreiche Häuser verpflichtet, im Juni 2008 singt sie die Frau Winkelmann in Georg Haas’ Uraufführung »Melancholia« an der Opéra National de Paris. Kammermusikalisch hat sie bis 2006 als Mitglied der Neuen Vocalsolisten viele Jahre im engen Austausch mit Komponisten unzählige Werke uraufgeführt.

Das Konzert findet in Kooperation mit der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie statt. Der Eintritt kostet 10,-/ ermäßigt: 8,- Euro. Ort ist der Humboldt-Saal des Deutschen Literaturarchivs.

 

Foto: Das Athena-Quartett. Bildnachweis: Hugo Wolf Akademie, Stuttgart