Pressemitteilungen
2008
PM 044/2008
Ein Vortrag über Aby Warburgs Erbe: Elizabeth Sears von der University of Michigan spricht über »The Warburgian Heritage: Collaborative Scholarship in the 1930s«
Marbach, 09. Mai 2008 —
Aby Warburg, der charismatische deutsche Gelehrte, starb am 26. Oktober 1929. Die Aufgabe, seine Mission lebendig zu halten, fiel an den Mitarbeiterstab der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg (KBW) – Warburgs privat finanzierter Forschungsbibliothek in Hamburg. Man warb dort für eine Disziplin, die Warburg selbst gelegentlich als ‘kulturhistorische Kunstgeschichte’ oder ‘kunsthistorische Kulturgeschichte’ beschrieben hatte. Vor und nach der Verlagerung der Bibliothek nach London (im Dezember 1933) steckten die Mitglieder des Warburg-Kreises ihr eigenes wissenschaftliches Arbeitsgebiet ab und passten ihren Auftrag den veränderten historischen Bedingungen an.
Elizabeth Sears, Professorin für Kunstgeschichte an der University of Michigan und derzeit Fellow der American Academy, wird am Donnerstag, den 15. Mai 2008, um 20 Uhr im Berthold-Leibinger-Auditorium (Literaturmuseum der Moderne) einen Vortrag in englischer Sprache halten. Das Thema lautet "The Warburgian Heritage: Collaborative Scholarship in the 1930s“. Elizabeth Sears, die sich neben der mittelalterlichen Kunstgeschichte insbesondere für Disziplin- und Methodengeschichte interessiert, folgt in europäischen Archiven den faszinierenden Spuren Aby Warburgs und seiner Schüler. Sie öffnet anhand ausgewählter Episoden Einblicke in den Gelehrtenaustausch und das akademische Leben in der Zwischenkriegszeit. Deutlich wird dabei der Stellenwert des gemeinschaftlichen Arbeitens in einem geisteswissenschaftlichen Bereich, in dem traditionellerweise die individuelle Leistung sehr hoch eingeschätzt wird.
Den Abend moderiert der Direktor des Deutschen Literaturarchivs Marbach, Professor Dr. Ulrich Raulff. Der Eintritt kostet 5,-/3,- Euro.
