Pressemitteilungen
2008
PM 054/2008
6. Juni 2008 auf der Schillerhöhe: Das LiMo feiert seinen zweiten Geburtstag mit einem Workshop, fluxus 6 und dem Lyriker Albert Ostermaier
Marbach, 02. Juni 2008 —
Das jüngste Kind auf der Marbacher Schillerhöhe ist erst zwei Jahre alt – und doch hat es längst laufen gelernt. Seit das Literaturmuseum der Moderne, kurz: LiMo, am 6. Juni 2006 mit seiner Dauerausstellung zur Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts eröffnet wurde, haben mehr als 80 000 Menschen das preisgekrönte Gebäude besucht. Am Freitag, 6. Juni 2008, feiert das LiMo seinen Geburtstag mit einem abwechslungsreichen Programm.
Bereits um 14 Uhr beginnt im Berthold-Leibinger-Auditorium ein Workshop zum Marbacher Jahresthema 2008: »Interpretation lassen I. Das Schweigen der Vitrinen«. In der jüngeren Museologie und Wissenschaftstheorie dürfen die Dinge wieder ein Eigenleben führen. Was passiert, wenn man einen Schritt zurücktritt und die »Deutungsmaschine« abschaltet? Bringt allein schon das Schweigen der Exegese die Dinge zum Sprechen? Lässt sich eine Ästhetik des tolerierten Objekts formulieren? Darüber diskutieren bis 18 Uhr der Kunsthistoriker Professor Dr. Hubert Locher (»Sachlichkeit als Ideologie«), Museumsleiterin Dr. Heike Gfrereis (»Sehnsucht nach Sinn«), der Wissenschaftshistoriker Professor Dr. Hans-Jörg Rheinberger (»Labor-Dinge«) und die Kulturwissenschaftlerin Professor Dr. Anke te Heesen (»Lomorisierte Objekte«). Es moderieren Professor Dr. Julika Griem von der Technischen Universität Darmstadt und Marcel Lepper, Leiter der Marbacher Arbeitsstelle für die Erforschung der Geschichte der Germanistik.
Um 19 Uhr stellt Ellen Strittmatter, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums, den Besuchern die jüngsten Neuzugänge der Dauerausstellung vor – Buchstabenspielereien unter anderem von Peter Handke und Ernst Jandl. Um 20 Uhr eröffnen der Lyriker Albert Ostermaier (Foto) und der Musiker Hans Platzgumer den sechsten fluxus-Raum der Dauerausstellung. Passend zum 6. 6. haben sie ihr Thema gewählt: »SEX – Die Geschichte von drei Buchstaben«. In Worten, Tönen und bewegten Bildern versuchen sie einzufangen, was als Erfahrung und zugleich mit künstlerischen Mitteln kaum darstellbar ist: die körperliche Liebe. Der Eintritt in alle Veranstaltungen ist frei, der Museumsbesuch ab 18 Uhr kostenlos.

