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2008
PM 061/2008
Surrealismus in der deutschen Literatur? Joachim Kalka spricht in Marbach über Ror Wolf – Die »Marbacher Passage« im Deutschen Literaturarchiv stellt Collagen des Künstlers und Schriftstellers aus
Marbach, 01. Juli 2008 —
Ror Wolf (1932) ist ein Fortsetzer und zugleich Überwinder des Surrealismus. Seine Dichtungen haben die traditionellen Erzählweisen nachhaltig erschüttert, indem sie sie gleichsam zerlegten und neu konstruierten. Am Freitag, 4. Juli, 20 Uhr, ist der Stuttgarter Übersetzer, Autor und Kritiker Joachim Kalka im Deutschen Literaturarchiv Marbach zu Gast, um angesichts der Collagen des Künstlers Ror Wolf über das Schneiden und das Kleben sowie über das Zusammenspiel von Text und Bild nachzudenken. Sein Vortrag findet im Rahmen der internationalen wissenschaftlichen Tagung »Au-delà de la Peinture: Surrealismus in der deutschsprachigen Literatur?« statt und wird von Jan Bürger, stellvertretender Leiter der Handschriftenabteilung, moderiert. Der Eintritt kostet 5,-/3,- Euro.
Einblicke in Ror Wolfs umfangreiches Collagen-Werk gibt von Samstag, 5. Juli, bis Freitag, 12. September, auch die »Marbacher Passage«: Im Eingangsbereich der Archivbibliothek werden frühe Collagen von Ror Wolf gezeigt, die in den 1960er-Jahren entstanden und kürzlich vom Deutschen Literaturarchiv erworben wurden. Bereits im Dezember 2007 hatte Ror Wolf die Manuskripte seiner wichtigsten Buchveröffentlichungen und einen Teil seiner Korrespondenz als Vorlass nach Marbach gegeben.
Die Tagung »Au-delà de la Peinture: Surrealismus in der deutschsprachigen Literatur?« ist eine Gemeinschaftsveranstaltung des Germanistischen Seminars der Universität Heidelberg und des Deutschen Literaturarchivs Marbach. Sie beleuchtet von Freitag, 4. Juli, bis Samstag, 5. Juli, die Einflüsse des französischen Surrealismus auf die deutsche Literatur und die benachbarten Künste. Es sprechen unter anderem der Kunsthistoriker Werner Spies, Paris, der Literaturwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht, Stanford, und der Literaturwissenschaftler Karl Heinz Bohrer, London/Stanford.
Unsere Abbildung zeigt eine Collage von Ror Wolf aus dem Jahr 1964. (Foto: Mathias Michaelis, DLA Marbach)

