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2008
PM 065/2008
Autopsie in der Literaturwissenschaft: Juliane Vogel spricht in Marbach über »Kracauers Zettel, Döblins Collagen. Über das Denken mit Schere und Klebstoff«
Marbach, 11. Juli 2008 —
Über »Glücksfunde und Archivschätze« diskutieren von Donnerstag bis Samstag, 17. bis 19. Juli 2008, zehn Magister-, Master- und Staatsexamenskandidaten der literatur- und geschichtswissenschaftlichen Fächer im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Dieser internationale Sommerkurs findet 2008 erstmals im Deutschen Literaturarchiv statt und ist mit dem Titel »Autopsie!« überschrieben.
Autopsie in der Literatur und Literaturwissenschaft? Diese Frage erhellt am Donnerstag, 17. Juli, 20 Uhr, die Konstanzer Literaturwissenschaftlerin Juliane Vogel in einem öffentlichen Abendvortrag. Im Mittelpunkt ihrer Überlegungen zu »Kracauers Zettel, Döblins Collagen. Über das Denken mit Schere und Klebstoff« stehen Variationen zur Frage der Montage und Collage. Dabei nähert sich Juliane Vogel den Nachlässen der Autoren Alfred Döblin und Siegfried Kracauer aus kulturwissenschaftlicher Perspektive: Sie betrachtet das Manuskript als Materie und Objekt, und sie beleuchtet die Bedeutung seiner materiellen Beschaffenheit für den Text als Kunstwerk, als Voraussetzung seiner Ästhetik. Der Eintritt in den Vortrag im Humboldt-Saal des Archivs ist frei.
Juliane Vogel ist seit 2007 Professorin für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Konstanz. 1987 wurde sie an der Universität Wien promoviert, 2001 habilitierte sie sich dort mit einer Arbeit über »Die Furie und das Gesetz. Große Szenen in der Tragödie des 19. Jahrhunderts«. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören das Drama und die Oper des 19. und 20. Jahrhunderts, das Theater der Avantgarde und das postdramatische Theater, die Rezeption der antiken Tragödie in der deutschen Literatur sowie die »Ästhetik der Unterbrechung« und Montageverfahren in der Moderne durch Text, Schnitt und Schneiden.
Bildnachweis: Juliane Vogel (Foto: Universität Konstanz)
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