Pressemitteilungen

2008

PM 097/2008

tesa unterstützt das Deutsche Literaturarchiv Marbach bei einem einzigartigen Projekt der Bestandserhaltung am Nachlass des Schriftstellers Ernst Jünger

Marbach, 30. Oktober 2008 —

Der Schriftsteller Ernst Jünger (1895-1998) hat eines der bedeutendsten modernen literarischen Archive des deutschen Sprachraums hinterlassen. Die Einzigartigkeit dieses im Deutschen Literaturarchiv Marbach aufbewahrten Nachlasses liegt in seinem Umfang, in seinem organischen Wachstum und in der langen Lebensspanne, die er dokumentiert – so gibt es wohl keine andere schriftstellerische Hinterlassenschaft, die so viele wichtige Manuskripte und Korrespondenzen aus acht Jahrzehnten umfasst.

In vielen Phasen seines Lebens hatte Jünger die Leidenschaft, nahezu jedes Blatt seiner Aufzeichnungen mit getrockneten Blüten, Blättern oder auch Insekten zu verzieren, die er mit Klebestreifen fixierte. Bei den frühen Manuskripten wurden nur einzelne Blätter beklebt, bei den späten ist fast jedes Blatt betroffen. Manche Klebestreifen sind beschriftet oder umrandet. Für die Konservatoren stellt diese Vorliebe ein erhebliches Problem dar: Viele Blätter im Jüngerschen Nachlass weisen typische Schäden auf, die erst durch Selbstklebebänder entstehen. Darüber hinaus sind viele Blätter vielfach miteinander verklebt.

Nicht nur Jüngers geistige Hinterlassenschaft, auch viele weitere moderne Nachlässe in Marbach sind von diesem Problem betroffen: Schon seit vielen Jahren steht das Deutsche Literaturarchiv deshalb vor der Herausforderung, die Problematik von Selbstklebebändern in Beständen zu lösen. Nun hat das Archiv eine anerkannte Expertengruppe zusammengerufen, die das Problem anhand des Nachlasses von Ernst Jünger exemplarisch diskutiert und protokolliert. Auf Basis dieses Workshops entstand ein beispielhaftes interdisziplinäres Forschungsprojekt mit dem Ziel, für die vielschichtigen Probleme Lösungsvorschläge zu erarbeiten, die Selbstklebebänder in Kulturbeständen verursachen.

Die tesa AG in Hamburg hilft bei dieser Problemlage finanziell - durch die  Bezahlung der halben Stelle einer Restauratorin in dem auf insgesamt drei Jahre angelegten Projekt - sowie durch fachliches Wissen: Die Forschungsabteilung des Konzerns beschäftigt sich mit chemischen Alterungsprozessen in Klebestreifen und arbeitet gemeinsam mit dem Bestandserhaltungsteam des Deutschen Literaturarchivs Marbach unter der Leitung von Dr. Roland Kamzelak. Partner des Archivs und Teilnehmer der Expertengruppe sind neben der tesa AG mit Dr. Bernd Lühmann (Forschung und Entwicklung) Professor Dr. Gerhard Banik (Universität Wien), der Studiengang Restaurierung an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, Linda Stiber-Morenus (Library of Congress, Washington D. C.) und Elissa O’Loughlin (The Walters Art Museum, Baltimore). Die Forschungsarbeit und die Bearbeitung des Jüngerschen Nachlasses wird einen Zeitrahmen von drei Jahren einnehmen, für den neben der Unterstützung durch die tesa AG dringend weitere personen- sowie materialbezogene Gelder benötigt werden.

Weitere Hintergrundinformation

Besuchertipp:

»Blumen und Bänder unter der Lupe«: Am Tag der offenen Tür des Deutschen Literaturarchivs Marbach am Sonntag, 9. November, 12 bis 19 Uhr, gibt die wissenschaftliche Restauratorin Manuela Reikow-Räuchle Einblicke in ihre Arbeit an Ernst Jüngers Nachlass in der Restaurierwerkstatt. Sie zeigt Interessierten und Besuchern, welche Schäden Klebestreifen anrichten, und wie man sie beheben kann. Angeboten werden zwei Führungen um 15.15 und um 16.30 Uhr. Treffpunkt ist das Foyer des Deutschen Literaturarchvis. Der Eintritt ist kostenlos.

Unsere Fotos: Blatt aus Ernst Jüngers Manuskript zu »Subtile Jagden«, »Die Zwille« und »Tränendes Herz«. Foto: DLA Marbach

Ansprechpartner der tesa AG:  Reinhart Martin, Leiter Unternehmenskommunikation / Pressesprecher, Quickbornstraße 24, 20253 Hamburg, Germany, Tel.: +49-(0)40-4909-4448, Fax: +49-(0)40-4909-2236, mailto: reinhart.martin(at)tesa.comwww.tesa.com, www.tesa.de