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2008

PM 093/2008

Die Papiere einer Deportierten: Dieter Kühn stellt am Mittwoch, 29. Oktober, seine Biografie über Gertrud Kolmar im Deutschen Literaturarchiv Marbach vor

Marbach, 22. Oktober 2008 —

Gertrud Kolmar, geboren 1894 in Berlin als Tochter eines jüdischen Rechts-anwalts, 1943 deportiert und in Auschwitz ermordet, ist eine der größten und zugleich unbekanntesten Dichterinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre Gedichte sind in einem Atemzug mit denen von Else Lasker-Schüler, Nelly Sachs und Paul
Celan zu nennen. In der Zeit der nationalsozialistischen Barbarei stieß sie mit ihrer Lyrik in neue Höhen vor. Ihr Cousin Walter Benjamin setzte sich für die Publikation ihrer Gedichte ein, und es ist vor allem ihrem Schwager Peter Wenzel zu verdanken, dass ihr einzigartiges Werk, zu dem auch Dramen und Erzählungen gehören, gerettet und nach 1945 vollständig veröffentlicht werden konnte.

Gertrud Kolmars Nachlass liegt heute in Marbach. Der Schriftsteller Dieter Kühn hat während der Arbeit an seiner neuen Biografie »Gertrud Kolmar. Leben und Werk, Zeit und Tod« auch im Deutschen Literaturarchiv geforscht. Am Mittwoch, 29. Oktober, 20 Uhr, stellt er das Ergebnis seiner jahrelangen Recherchen im Humboldt-Saal des Archivs vor – im Gespräch mit Jan Bürger, dem stellvertretenden Leiter der Marbacher Handschriftenabteilung. Außerdem werden die überlieferten Papiere von Gertrud Kolmar einen Abend lang im Humboldt-Saal zu sehen sein. Der Eintritt in die Veranstaltung beträgt 5,-/ 3,- Euro.

Dieter Kühn: Gertrud Kolmar. Leben und Werk, Zeit und Tod. Frankfurt/M.: S. Fischer, 2008, 24,90 €, 624 Seiten, gebunden.

Fotos: Gertrud Kolmar (1928) und Dieter Kühn (2008). (Bildhinweis: DLA Marbach).