Pressemitteilungen
2009
PM 111/2008
»Ist W.G. Sebald ein deutscher Autor?« – Ein Podiumsgespräch im Marbacher Literaturmuseum der Moderne geht dem Selbstverständnis des Autors nach
Marbach, 19. Dezember 2008 —
Seit September 2008 zeigt das Literaturmuseum der Moderne in Marbach seine große Wechselausstellung »Wandernde Schatten. W.G. Sebalds Unterwelt«. Der Schriftsteller W.G. Sebald, der im Jahr 2001 bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, hat sich wie kein anderer deutschsprachiger Autor in der Literaturgeschichte der jüngsten Zeit so schnell seinen Platz erobert wie er. Worin liegt die Faszination des großen Melancholikers, den seine Anhänger mit Franz Kafka, Robert Walser und Walter Benjamin vergleichen? Was verrät sein Nachlass, den das Deutsche Literaturarchiv hütet, über den rätselhaften Autor?
Die Literaturwissenschaftlerinnen Professor Dr. Julika Griem, Universität Darmstadt, und Professor Dr. Liliane Weissberg, University of Pennsylvania (USA), der Sebald-Biograf Mark Anderson und Sebalds deutscher Lektor Wolfgang Matz widmen sich am Freitag, 9. Januar 2009, 20 Uhr in einer Podiumsdiskussion erneut dem Werk des Autors. Wenige Wochen vor dem Ende der Marbacher Ausstellung (1. Februar 2009) fragen sie im Berthold-Leibinger-Auditorium des im Literaturmuseum der Moderne nach: »Ist W.G. Sebald ein deutscher Autor?«
Mit Blick auf diesen Autor, der in England lebte und von den Amerikanern entdeckt wurde, werden an diesem Abend nationale Zuordnungen und deren Erkenntniswert zweihundert Jahre nach Schiller neu diskutiert. Die Veranstaltung wird vom Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V. aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert; Eintritt 5.-/3.- Euro.

