Pressemitteilungen
2009
PM 006/2009
»Schiller und das Theater als politische Anstalt«: Zum Auftakt des Schillerjahres 2009 spricht der Germanist Walter Hinderer am 2. Februar im Literaturarchiv
Marbach, 28. Januar 2009 —
Ob Schillers Politik eine Politik für Ästheten ist? Ob Liebe und Schönheit, nicht Schrecken und Schaudern die größten Gaben seines Theaters sind? Zum offiziellen Auftakt des Schillerjahres 2009 im Deutschen Literaturarchiv Marbach stellt am Montag, den 2. Februar, 20 Uhr, der amerikanische Germanist Walter Hinderer, einer der profundesten Kenner der Literatur um 1800, diese These auf die Probe. Im Humboldt-Saal des Literaturarchivs spricht Hinderer über »Schiller und das Theater als politische Anstalt« – und spielt mit seinem Vortragstitel auf den Begriff vom »Theater als politischer Anstalt« des Dramatikers Rolf Hochhuth an. Anhand von Schillers Jugenddramen illustriert er das Verhältnis des Dichters zu Politik und Geschichte sowie seine theoretischen Überlegungen zum Theater.
Seinen Vortrag umrahmen Darbietungen des Ensembles der Akademie für gesprochenes Wort in Stuttgart (Leitung: Uta Kutter), die Schillers Dichtungen und Briefpassagen zu Gehör bringen. Der Eintritt in die Veranstaltung ist frei. Bereits um 17.30 Uhr eröffnet Ministerpräsident Günther Oettinger mit einem offiziellen Festakt das Schillerjahr 2009 in Marbach; zuvor besucht er die neue Dauerausstellung in Schillers Marbacher Geburtshaus, die er an diesem Tag eröffnet.
Walter Hinderer (geboren 1934) lebt und arbeitet seit 1966 in den USA. Seit 1978 ist er Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Princeton University, New Jersey. Er veröffentlichte zahlreiche Publikationen zur Literatur, Ästhetik und Mentalitätsgeschichte des 18., 19. und 20. Jahrhunderts. 1995 erhielt Walter Hinderer das Bundesverdienstkreuz erster Klasse, 1998 wurde er mit dem Alexander von Humboldt-Preis geehrt.
Foto: Walter Hinderer im Jahr 2002. (Aufnahme: Bernd Hoffmann, DLA Marbach)

