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2009

PM 011/2009

»Rauschen, rauschen in der Nacht«: In der 16. Zeitkapsel stellen Aris Fioretos und Ulrich von Bülow im Deutschen Literaturarchiv Neues von Nelly Sachs vor

Marbach, 12. Februar 2009 —

»Time capsules«, »Zeitkapseln«, nannte der Künstler Andy Warhol seine Pappschachteln, in denen er Dinge für die Nachwelt sammelte und verschloss. Seit dem Jahr 2006 zeigt das Deutsche Literaturarchiv Marbach in seiner Veranstaltungsreihe der »Zeitkapseln« neue Funde und verborgene Schätze aus den Schriftsteller- und Gelehrtennachlässen in seinen Magazinen.

Zum 16. Mal öffnet sich am Mittwoch, 18. Februar, 20 Uhr, eine Zeitkapsel, wenn der schwedische Schriftsteller Aris Fioretos und der Leiter des Archivs, Dr. Ulrich von Bülow, unbekannte Manuskripte, Briefe und Fotos der Nobelpreisträgerin Nelly Sachs (1891-1970) vorstellen. Die Dokumente entstammen der Sammlung von Rosi Wosk, der Nachbarin und Freundin von Nelly Sachs im Stockholmer Exil. Darin enthalten sind viele bisher unbekannte Fotos von Nelly Sachs aus ihrer Berliner Zeit vor 1940, unveröffentlichte Gedichte, Entwürfe und Notizen, die wichtige Quellen zur Rekonstruktion der Werkgeschichte darstellen. In 35 Briefen an Wosk gibt Nelly Sachs Auskunft über ihren Alltag. In umfangreichen Tagebuchnotizen berichtet Rosi Wosk ihrerseits über ihre Gespräche mit der Dichterin, über Paul Celan, über die psychische Krankheit von Nelly Sachs und die Verleihung des Nobelpreises 1966.

Aris Fioretos, Sohn eines griechischen Vaters und einer österreichischen Mutter wuchs in Schweden auf und lebt in Berlin. Für seine Werke erhielt er Preise und Auszeichnungen, unter anderem von The Getty Center, der Schwedischen Akademie, der American Academy in Berlin und dem All Souls College, Oxford.

Der Eintritt in die Veranstaltung, die im Humboldt-Saal des Archivs stattfindet, kostet 5,-/3,- Euro.