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2009

PM 032/2009

»Lethe mit Schuss«: In der 17. Zeitkapsel stellen Joachim Kersten, Stephan Opitz und Jan Bürger im Deutschen Literaturarchiv den Nachlass von Peter Rühmkorf vor

Marbach, 22. Mai 2009 —

»Time capsules«, »Zeitkapseln«, nannte der Künstler Andy Warhol seine Pappschachteln, in denen er Dinge für die Nachwelt sammelte und verschloss. Seit dem Jahr 2006 zeigt das Deutsche Literaturarchiv Marbach in seiner Veranstaltungsreihe der »Zeitkapseln« neue Funde und verborgene Schätze aus den Schriftsteller- und Gelehrtennachlässen in seinen Magazinen.

Zum 17. Mal öffnet sich am Dienstag, den 26. Mai, um 20 Uhr eine »Zeitkapsel«, wenn Joachim Kersten, Stephan Opitz und der Stellvertretende Leiter des Archivs, Jan Bürger, den Nachlass des vor einem Jahr verstorbenen Dichters Peter Rühmkorf vorstellen. Als 2008 „Paradiesvogelschiß“, der letzte Gedichtband des todkranken Peter Rühmkorf erschien, waren sich die Kritiker einig darin, das Spätwerk eines der größten Dichter der Bundesrepublik vor Augen zu haben. Kurz darauf, am 8. Juni 2008, erlag Rühmkorf einem Krebsleiden. Er hat nicht nur ein beispielloses literarisches Werk aus Gedichten, Tagebüchern, Dramen und Essays hinterlassen, sondern auch einen der umfangreichsten und vielfältigsten Nachlässe der Nachkriegsliteratur. Nun werden die verschiedenen Bestände in Norddeutschland und Marbach gesichtet und gesichert.

In Marbach geben Rühmkorfs Testamentsvollstrecker erstmals Einblick in seine legendäre »Einfallskunde« mit all ihren Untiefen und Verästelungen. Joachim Kersten ist bekannt als Rechtsanwalt, Essayist und aktives Mitglied der Arno Schmidt Stiftung. Dr. Stephan Opitz, Germanist und Skandinavist, leitete lange das Nordkolleg Rendsburg und ist heute Mitarbeiter im Kieler Kultusministerium. Jan Bürger moderiert. Der Eintritt in die Veranstaltung im Humboldt-Saal des Archivs kostet 5,-/3,- Euro.