Pressemitteilungen
2009
PM 046/2009
Dagmar Leupold liest im Deutschen Literaturarchiv aus ihrem neuen Roman »Die Helligkeit der Nacht«
Marbach, 27. Juli 2009 —
„Die Helligkeit der Nacht“ ist die Wiederentdeckung des Briefromans als Totenbeschwörung. Die Münchner Schriftstellerin Dagmar Leupold stellt zwei Selbstmördern die Welt ihrer Gedanken zur Verfügung. Der eine nennt sich Heinrich von Kleist, er ist haltlos aus der Zeit gefallen und doch ganz gegenwärtig. Er lichtert durch halb Europa, findet sich in Danzig, München, Stuttgart oder Ferrara wieder, und folgt doch immer nur der Sehnsucht, verstanden zu werden. Verstanden von jener Frau, die er bei einem Ausflug nach Oßmannstedt getroffen zu haben glaubt und die ihn seither beschäftigt. Auch diese Frau hat ihrem Leben selbst ein Ende gesetzt, auch sie trägt einen nahezu mythischen Namen: Ulrike Meinhof. „Auf die Idee muss man erst einmal kommen! Während die anderen arbeiten und schlafen, ergeben sich Verbündungen, die ihnen Albträume bescherten, wüssten sie davon.“
Kleists Begegnung mit Meinhof ist nicht weniger als eine Kollision: der Zusammenstoß zweier Temperamente, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, der Kurzschluss zweier Epochen. Mit ihrem neuen Roman geht Dagmar Leupold aufs Ganze. Auf der Höhe ihrer Kunst überschreitet sie scheinbar mühelos die Grenzen unserer Vorstellungen.
Im Rahmen der 4. Internationalen Marbacher Sommerschule, die sich in diesem Jahr mit dem Thema »Menschen beschreiben« befasst und dabei den Blick auf Literatur, Anthropologie und Psychologie von 1800 bis 2000 richtet, liest Dagmar Leupold am Dienstag, den 28. Juli, um 20 Uhr im Berthold-Leibinger-Auditorium des Literaturmuseums der Moderne erstmals öffentlich aus ihrem Buch, das im August im C. H. Beck Verlag, München, erscheinen wird. Der Eintritt kostet 5,- Euro, ermäßigt 3,- Euro.
