Pressemitteilungen
2009
PM 054/2009
Andreas Beyer spricht zu »Dichterruhm und Unsterblichkeit«:
'Ich will Schiller lebig machen' – Danneckers postume Schillerbüste
Marbach, 16. September 2009 —
Der Direktor des Deutschen Forums für Kunstgeschichte in Paris, Professor Dr. Andreas Beyer, stellt die berühmte postume Schillerbüste des Bildhauers Johann Heinrich Dannecker vor. In seinen Entstehungsstufen initiiert dieses Kunstwerk eine Dialektik der Aufklärung im Kleinen: Vom Gips zum Marmor, von der Medizin zur Alchimie, von der Mathematik zur Auferstehung.
»Schillers Todt hat mich sehr nieder gedrückt«, schreibt der Künstler Johann Heinrich Dannecker an den Schwager des Dichters, als er vom Tod seines Freundes erfährt. »Am andern Morgen beym erwachen war der göttliche Mann vor meinen Augen, da kam mir in den Sin, ich will Schiller lebig machen, aber der kan nicht anders lebig sein als Colosal. Schiller muß Colosal in der Bildhauerey leben – ich will eine Apoteose.« Von nun an treibt ihn das Projekt der kolossalen Schiller-Büste um, bei deren Entwurf er sich an der eigenen, 1794 nach dem lebenden Modell geschaffenen lebensgroßen Büste und an der aus Weimar übersandten Totenmaske orientiert. Auch wenn sich sein ursprünglicher Plan eines Schiller-Denkmals nicht realisieren lässt: Dannecker schuf mit der Kolossalbüste eines der wirkmächtigsten Dichterbilder überhaupt.
Der Vortrag findet am Freitag, den 18. September 2009, um 20 Uhr im Berthold-Leibinger-Auditorium des Literaturmuseums der Moderne in Marbach statt. Es moderiert Frank Druffner.
Der Eintritt kostet 5.–/ ermäßigt 3.– Euro.
Um 18.30 Uhr findet eine kostenlose öffentliche Führung durch die Ausstellung „Autopsie Schiller. Eine literarische Untersuchung“ im Literaturmuseum der Moderne statt.
