Pressemitteilungen
2009
PM 055/2009
In memoriam: Bernhard Zeller zum 90. Geburtstag (19.09.1919-7.09.2008)
Marbach, 18. September 2009 —
Professor Dr. Dr. h.c. Bernhard Zeller, ehemaliger Direktor des Schiller-Nationalmuseums und Gründungsdirektor des Deutschen Literaturarchivs, wäre am 19. September 90 Jahre alt geworden. Unter seiner 30 Jahre währenden Leitung wandelte sich das Archiv von einer Sammelstätte der schwäbischen Dichterschule zu einer international bedeutenden Forschungs- und Vermittlungseinrichtung für die gesamte deutschsprachige Literatur. Ihm gelang die Erwerbung der Nachlässe bedeutender Autoren: Manuskripte von Franz Kafka, Carl Zuckmayer, Joseph Roth und vielen anderen.
„Herbergsvater der Dichter“, so nannte ihn einst der Schriftsteller Hermann Lenz: Zeller, in Dettenhausen bei Tübingen im Jahr 1919 geboren, studierte an der Universität Tübingen Geschichte, Germanistik und Latein, die Promotion erfolgte 1948. Nach dem höheren Schul- und Archivdienst wurde er 1953 Archivar am Schiller-Nationalmuseum in Marbach, dessen Leitung er bereits 1955 übernehmen konnte; offiziell wurde er 1956 zum Direktor ernannt. 1985 schied er aus seinem Amt, blieb dem Haus jedoch bis zu seinem Tod am 7. September 2008 als Ehrenmitglied der Deutschen Schillergesellschaft aufs Engste verbunden. In seinen Erinnerungen „Marbacher Memorabilien“ beschreibt er eindringlich sein reiches Schaffen.
Zu den zahlreichen Ehrungen, die ihm zuteil wurden, gehören: Das Bundesverdienstkreuz I. Klasse, die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg und die Eberhard Ludwigs-Medaille des Landkreises Ludwigsburg. Zeller war u. a. Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur/Mainz und der Literatur, der Bayerischen Akademie der Schönen Künste/München und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung/Darmstadt.
Zum Tode Bernhard Zellers erklärte Kulturstaatsminister Bernd Neumann: „Bernhard Zeller gehörte zur Generation der Gründungsväter nach dem Zweiten Weltkrieg, die mit ihrem Lebenswerk entscheidend zum Entstehen eines neuen demokratischen Kulturverständnisses in unserem Land beigetragen haben. Wenn heute ‚Marbach’ in aller Welt ein Begriff für das literarische Erbe Deutschlands ist, so bleibt dies das große Verdienst des Gründers des deutschen Literaturarchivs. (...)“

