Pressemitteilungen
2009
PM 060/2009
Dichterschicksal und Beschwörungsformel. Zur Tagung „Heidegger und die Literatur“
Marbach, 06. Oktober 2009 —
Mit Hölderlin hat Martin Heidegger sich ein Leben lang auseinandergesetzt. Wie aber steht es mit Heidegger und Hebel, Heidegger und Celan? Und wie wird Heidegger in der Literatur selbst verhandelt? Vom 9. bis 11. Oktober 2009 findet die Tagung „Heidegger und die Literatur“ im Deutschen Literaturarchiv Marbach in Zusammenarbeit mit der Martin-Heidegger-Gesellschaft statt. Im Mittelpunkt der Tagung stehen das Verhältnis von Dichten und Denken im Werk Heideggers, das renommierte Experten aus Philosophie, Literaturwissenschaft sowie ausgewiesene Nachwuchswissenschaftler thematisieren, unter ihnen Günter Figal (Freiburg), Werner Frick (Freiburg), Donatella di Cesare (Rom) und Johann Kreuzer (Oldenburg). Bestandsaufnahmen und Perspektiven der Forschung werden mit Fragen an den Nachlass verknüpft.
„Da Heideggers Denken in enger Beziehung zur Dichtung, besonders zum Werke Hölderlins stand und auch auf die Literaturwissenschaften starken Einfluss genommen hat, konnte kein Zweifel darüber bestehen, dass die Manuskripte des Philosophen in einem grossen deutschen Literaturarchiv einen sehr legitimen Platz haben würden.“ So erinnert sich der Gründungsdirektor des Deutschen Literaturarchivs Marbach, Bernhard Zeller, an die Erwerbung der philosophischen Manuskripte im Jahr 1969, darunter auch das Manuskript von „Sein und Zeit“, mit der die Einrichtung des Martin Heidegger-Archivs begann. Hannah Arendt versprach in dieser Zeit, ihre eigene Heidegger-Korrespondenz Marbach zu vermachen; sie war es auch, die Martin Heidegger dazu geraten hatte, sein Archiv nach Marbach zu geben. Insofern geht das Deutsche Literaturarchiv Marbach mit der Frage nach Heidegger und der Literatur zurück zu den Wurzeln seines zweiten großen Sammlungsflügels. Zu den Beständen des Heidegger-Archivs gehören neben den Manuskripten des Philosophen auch Abschriften, Seminarprotokolle, Vorlesungsnachschriften und Korrespondenzen, ergänzt durch Teile der Arbeitsbibliothek. In etwa 100 Archivkästen werden die Handschriften heute verwahrt.
Im Vorfeld der Tagung findet ein Workshop für Doktoranden und Postdoktoranden (6.10-8.10.2009) statt, die Leitung hat Dr. David Espinet (Freiburg) inne.
Link: Programm www.dla-marbach.de/aktuelles/tagungen/index.html

