Pressemitteilungen

2010

PM 003/2010

Einweihung des Schiller-Saals

Adolf Muschg und Walter Müller-Seidel sprechen über Friedrich Schiller und die Politik

Marbach, 22. Januar 2010 —

Moderation: Jan Bürger

Der große Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg und der deutsche Literaturwissenschaftler, Walter Müller-Seidel unterhalten sich im Schiller-Saal über die Literatur eines Schwaben und seine Transaktionen. Warum und wie tauscht Schiller in seinen Werken Geschichte gegen Mythologie? Was erhofft er sich von der Alliance zwischen Ästhetik und Politik?

Schillers Ästhetik ist von Anfang an politische Ästhetik. In allen seinen Dramen wird um Herrschaft und um Freiheit gerungen. Um diese These zu belegen, fasst Walter Müller-Seidel in seinem kürzliche erschienenen Buch „Friedrich Schiller und die Politik“ Schillers Dramen neu ins Auge und befragt sie im Hinblick auf Herrschaftsformen, Widerstandsrecht und Tyrannenmord. Während tyrannische Herrschaftsformen nach Schillers Auffassung zu beseitigen sind, redet er dem Tyrannenmord lange Zeit keineswegs das Wort. Erst in seinem letzten abgeschlossenen Drama, in Wilhelm Tell, wird die Ermordung des Tyrannen bejaht. Müller-Seidel plädiert dafür, das Geschichtsdrama als zeitgeschichtliches Drama zu lesen – mit Napoleon als Hintergrundfigur.

Zu den Autoren:

Walter Müller-Seidel (geb. 1918) ist emeritierter ordentlicher Professor für Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität München.

Adolf Muschg (geb. 1934) ist von 1970-1999 Professor für Deutsche Sprache und Literatur in Zürich und von 2003-2005 Präsident der Berliner Akademie der Künste. Er gilt als einer der wichtigsten deutschsprachigen Gegenwartsautoren. Sein Werk umfasst zahlreiche literarische und essayistische Publikationen, zuletzt erschien sein Roman „Kinderhochzeit“ (Suhrkamp Verlag).

Buchhinweis: Walter Müller-Seidel: Friedrich Schiller und die Politik. 'Nicht das Große, nur das Menschliche geschehe' 2009. 400 S.: Gebunden. C.H. Beck Verlag ISBN 978-3-406-57284-5

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 27. Januar 2010, um 20 Uhr im Schiller-Saal des Schiller-Nationalmuseums statt. Der Eintritt kostet 5.,-/ermäßigt 3,-.