Pressemitteilungen

2010

PM 009/2010

Gut begründete Zeichen. Die Bildstrategien der positivistischen Bewegung

Ein Vortrag von Wolf Lepenies

Moderation: Frank Druffner und Marcel Lepper

Marbach, 24. Februar 2010 —

Im 19. Jahrhundert versucht der französische Mathematiker und Philosoph Auguste Comte (1789-1857), der der Soziologie den Namen gab und als Begründer des Positivismus gilt, eine wissenschaftliche Disziplin in eine soziale Bewegung zu transformieren und aus einer Soziallehre eine Sozialreligion zu machen. Diesem Zweck dient eine politische Ikonographie. Comte kritisierte die Philosophen seiner Zeit, weil sie aus seiner Sicht über der Bedeutung, die sie den Worten beimaßen, die Wirkung der Bilder unterschätzten. Der Soziologe Wolf Lepenies analysiert die Macht der Bilder im Innern der positivistischen Bewegung um Auguste Comte.

Wolf Lepenies, geboren 1941, war von 1986-2001 Rektor des Wissenschaftskollegs in Berlin und lehrte bis zu seiner Emeritierung (2006) Soziologie an der Freien Universität Berlin. Er ist u. a. Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels (2006), Ehrendoktor der Pariser Sorbonne und Offizier der Französischen Ehrenlegion. Ausgezeichnet wurde er außerdem u. a. mit dem Alexander von Humboldt-Preis für französisch-deutsche Wissenschaftskooperation. Zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen gehören „Melancholie und Gesellschaft“ (1969), „Die drei Kulturen. Soziologie zwischen Literatur und Wissenschaft“ (1985) und „Sainte-Beuve. Auf der Schwelle zur Moderne“ (1997).
Wolf Lepenies ist der „Zeitschrift für Ideengeschichte“ (C.H.Beck Verlag), die von Ulrich Raulff (Deutsches Literaturarchiv Marbach), Helwig Schmidt-Glintzer (Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel) und Hellmut Th. Seemann (Klassik Stiftung Weimar) herausgegeben wird, als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats (Editorial Board) verbunden. Der öffentliche Abendvortrag findet im Rahmen der Jahrestagung der „Zeitschrift für Ideengeschichte“ statt. Das Vormittags- und Nachmittagsprogramm ist nicht öffentlich. Die im Vortrag angesprochenen Themen werden ausführlich in seinem im Herbst 2010 im Hanser Verlag erscheinenden Buch „Auguste Comte. Die Macht der Zeichen“ behandelt.

Die Veranstaltung findet am Freitag, den 26. Februar 2010, um 20 Uhr im Berthold-Leibinger-Auditorium, Literaturmuseum der Moderne statt.
Eintritt: Euro 5,-/3,- (erm.).

Gefördert von der Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung und dem Daimler Fonds im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.