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2010
PM 016/2010
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Wenn Dichter zeichnen – F.W. Bernstein und Peter von Matt
Zur Finissage der Ausstellung »Randzeichen. Drei Annäherungen an den schöpferischen Prozess«
Moderation: Jan Bürger
Marbach, 13. April 2010 —
Als »besessenen Zeichner« bezeichnete ihn der Maler Hans Traxler, Eckard Henscheid sieht ihn als »Cheflyriker« – F.W. Bernstein, eigentlich Fritz Weigle, Mitbegründer der legendären Neuen Frankfurter Schule und ehemals Professor für Karikatur und Bildgeschichte an der Berliner Hochschule der Künste ist eine Doppelbegabung. Mit dem renommierten Schweizer Literaturwissenschaftler Peter von Matt spricht er zur Finissage der viel beachteten aktuellen Ausstellung im Literaturmuseum der Moderne über das Phänomen der »Randzeichnungen«: Das Gekritzel, das Dichter manchmal selbstvergessen, manchmal absichtsvoll an die Ränder ihrer Texte malen, steht im Mittelpunkt ihrer Betrachtungen. Der Karikaturist Bernstein und der Germanist und Kritiker von Matt erzählen aus ihrer eigenen Poesiewerkstatt von der Vorlust des Schreibens, vom Innehalten und der Kunst der Abschweifung mit dem Zeichenstift oder Füllfederhalter.
»Im Gekritzel, an den Rändern, ‚wo die wilden Zeichen wohnen’, öffnet sich auch der Abgrund des Wahns – auch für den Betrachter, der überall Beziehungen erkennen will: Hic sunt leones«, so Richard Kämmerlings in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über die Ausstellung „Randzeichen“, die Zeichnungen von Rainer Maria Rilke bis Paul Celan, Kritzeleien von Martin Mosebach und ein Klebealbum von Justinus Kerner präsentiert und nun feierlich abgeschlossen wird.
Die Matinee findet am Sonntag, 18. April 2010, um 11 Uhr im Schiller-Saal des Schiller-Nationalmuseums statt. Der Eintritt kostet 5.,-/ermäßigt 3,-.
Parallel zur Matinee, um 11 Uhr, findet außerdem eine Kinderführung »Kritzelblock« statt. Mit Magdalena Hack, Dauer ca. 1,5 h, Kosten Euro 5,- (inkl. Eintritt/max. zwei Geschwister zahlen)

