Pressemitteilungen
2010
PM 018a/2010
Schlafende Geister
Ausstellungseröffnung mit Freddy Langer und Florian Höllerer
Begrüßung: Ulrich Raulff
Marbach, 20. April 2010 —
Was geschieht, wenn die Fenster zur Seele, die Augen, geschlossen werden? Freddy Langer, Reiseressortleiter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, fotografiert seit mehr als dreißig Jahren Prominente, alle mit Sofortbildkamera und alle mit Schlafbrille. Aus seiner großen Sammlung hat er 40 Polaroids bekannter Wortkünstler ausgesucht, die nun vom 28. April an im Literaturmuseum der Moderne gezeigt werden. Zur Eröffnung sprechen Florian Höllerer, Leiter des Literaturhauses Stuttgart, und Freddy Langer über das Abenteuer, Schriftsteller zu fotografieren.
Der irritierende Moment, in dem die Autoren blind dem Fotografen ausgeliefert waren, eröffnet einen faszinierenden Blick auf die mitunter fast geisterhaft erscheinenden Gesichter der internationalen Literaturszene. Zu sehen sind u. a. Schlafbrillen-Porträts von Isabel Allende, Margret Atwood, Louis Begley, Durs Grünbein, Cees Nooteboom, Robert Menasse, Arno Geiger, Wolfgang Hilbig und Marcel Reich-Ranicki. Zur Ausstellung erscheint das Buch „Blind Date“ von Freddy Langer (Knesebeck-Verlag), das vierzig Schriftsteller „incognito“ mit pointierten dichterischen Texten präsentiert. In seinem Vorwort zu „Blind Date“ schreibt Ulrich Raulff: "Jeder Autor, so könnte irgendwo in den Legenden dieser Fotos stehen, hat eine blinde Verabredung mit dem Schicksal, welches Literatur heißt."
Die Ausstellungseröffnung findet am Mittwoch, 28. April 2010, 19 Uhr, im Literaturmuseum der Moderne in Marbach statt.

