Pressemitteilungen
2010
PM 028/2010
„Per Pedal zur Poesie“ – die Sechste. Eröffnung des nächsten der mittlerweile prämierten literarischen Radwege in Tübingen
Marbach, 15. Juni 2010 —
Am Samstag, dem 19. Juni 2010, wird in Tübingen der sechste literarische Radweg Baden-Württembergs eröffnet. Der Radweg verbindet die Universitätsstadt am Neckar mit Reutlingen, Pfullingen und Gomaringen, führt also entlang des Neckars und mit Blick auf die Schwäbische Alb zunächst in eine ehemalige Freie Reichsstadt, die lange als zensurfreier Druckort Profil zeigen konnte und auch im 20. Jahrhundert eine kritische und eingreifende Literatur hervorgebracht hat. In Pfullingen wird mit dem Eintreffen der Radfahrer auf dem Gelände des einstigen Klarissenklosters ein neues Kleinod im Literaturland Baden-Württemberg eröffnet, die Dauerausstellung zum Neske-Verlag, der in der Buchlandschaft der Bundesrepublik klare Spuren hinterlassen hat. Am Rossberg vorbei und über Gomaringen, wohin Gustav Schwab sich zurückzog und wo er ›Die schönsten Sagen des klassischen Altertums‹ zum Druck brachte, führt der wunderschöne Weg zurück nach Tübingen, wo bis heute viele Fäden der württembergischen und der europäischen Literatur- und Geistesgeschichte zusammenlaufen. Die Strecke misst 50 km.
Die Eröffnungsveranstaltung am Hölderlinturm in Tübingen beginnt um 10:30 Uhr. Alle Freunde der Literatur und des Radwanderns sind herzlich eingeladen, gemeinsam mit Dr. Thomas Schmidt, dessen Marbacher Arbeitsstelle für literarische Museen in Baden-Württemberg das Projekt „Per Pedal zur Poesie“ ins Leben gerufen, und dem Stuttgarter Literaturkenner Bernd Möbs, der die Route ausgesucht und betextet hat, den Radweg einzuweihen. Am Hölderlinturm und an den Literaturausstellungen in Reutlingen, Pfullingen und Gomaringen wird es einen Zwischenstopp, kurze Führungen und einen Imbiss geben. Gegen 18:00 Uhr erreicht die Tour wieder Tübingen.
Die landesweit geplanten literarischen Radwege sollen – zumeist orientiert an bereits erschlossenen Routen – die Landkarte Baden-Württembergs auf neue Weise erfahrbar machen. Entworfen als Tagestouren, jedoch ebenso integrierbar in längere Wanderungen, führen sie entlang der unzähligen Literaturmuseen und -gedenkstätten des Landes, berühren Handlungsorte von literarischen Texten und weitere wichtige Schauplätze der südwestdeutschen Literaturgeschichte.
Für die Idee der literarischen Radwege ist die im Deutschen Literaturarchiv angesiedelte Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden-Württemberg von der Initiative ›Deutschland – Land der Ideen‹ als innovatives Kulturprojekt ausgezeichnet worden. Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten rückt der Wettbewerb Orte in den Mittelpunkt, die außergewöhnliche Ideen repräsentieren und die Zukunft Deutschlands aktiv gestalten. Der erste dieser Radwege wurde im Juni 2008 in Hölderlins Geburtsstadt Lauffen a.N. eröffnet. Insgesamt sollen landesweit 25 Radwege eingerichtet werden.
Alle Informationen unter: www.literaturland-bw.de
