Pressemitteilungen

2010

PM 031/2010

H.G. Adler: Dichter – Gelehrter – Zeuge

Tagung am 2. Juli 2010

Marbach, 30. Juni 2010 —

Am 2. Juli 2010 wäre der Dichter, Historiker, Soziologe und Philosoph H.G. Adler 100 Jahre alt geworden. Renommierte Wissenschaftler erläutern auf einer Tagung in Marbach seine ästhetische Leistung und sein literarisches Umfeld: u. a. sprechen Rüdiger Görner (London) zum Thema „Zwischen Freiheit und Fremdbestimmung – Überlegungen zu H.G. Adlers ontologischer Panoramatik, Ruth Vogel-Klein (Paris) über „H.G. Adler: Zeugenschaft als Engagement“, Lynn Wolff (Madison) zu „W.G. Sebald und H.G. Adler“, und Katrin Kohl (Oxford) hält einen Vortrag zum Thema „Die Poetik der dichterischen Stimme bei H.G. Adler“. Der Germanist Jeremy Adler (London), Sohn von H.G. Adler, spricht ein Grußwort.

H.G. Adler (2. Juli 1910 in Prag- 21. August 1988 in London) gilt als einer der letzten Universalgelehrten des 20. Jahrhunderts. Nach seinem Studium an der Deutschen Universität in Prag und Tätigkeiten als Sekretär, Lehrer und Rundfunkredakteur war er in den Jahren 1942-1945 im Theresienstädter Ghetto, in den Konzentrationslagern Auschwitz, Niederorschel und Langenstein-Zwieberge interniert, er wurde 1945 befreit. In den Jahren 1973 bis 1985 war er Präsident des P.E.N.-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland. Bekannt wurde H.G. Adler durch sein Buch „Theresienstadt 1941-1945. Das Antlitz einer Zwangsgemeinschaft“ (1955) und durch Romane wie „Eine Reise“ (1962) oder „Panorama“ (1968). In seinem Nachlass im Deutschen Literaturarchiv Marbach finden sich seine dichterischen Werke und seine zeithistorischen Analysen, wie auch seine umfangreiche Korrespondenz mit zeitgenössischen Philosophen und Schriftstellern wie z.B. Theodor W. Adorno, Ingeborg Bachmann, Elias Canetti und Ernst Jandl.


 

In Verbindung mit dem Queen Mary College, University of London.