Pressemitteilungen

2010

PM 043/2010

Zeitkapsel 22: Rilkes Werkstatt, geöffnet von Gunilla Eschenbach und Heike Gfrereis und anschließend »Rainer Maria Rilke. Briefe an die Mutter«

Ulrich von Bülow im Gespräch mit Joachim W. Storck

Lesung: Elmar Roloff

Marbach, 27. September 2010 —

Mehr als 12.000 Briefe hat Rainer Maria Rilke neben seinen literarischen Arbeiten im Laufe seines Lebens verfasst. Obwohl seine umfangreichen Korrespondenzen wie bei keinem anderen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts einen zentralen Bestandteil seines Werks bilden, sind noch längst nicht alle Briefe bekannt. Sein Briefwechsel mit dem Insel Verlag und seine Briefe an die Mutter werden nun in der Zeitkapsel 22 vorgestellt.

Die rund hundert Briefe von Rainer Maria Rilke an seinen Verlag, die sich im Siegfried Unseld Archiv fanden, geben Einblick in Rilkes kaum erforschte Arbeit am Text. Im Mittelpunkt der Betrachtung von Heike Gfrereis und Gunilla Eschenbach steht Rilkes Verhältnis zu seinen Verlegern, zu seinem polnischen Übersetzer Witold Hulewicz und das, was man die Textur dieses Bestandes nennen kann: die Bedeutung der Handschrift und der Buchvorstufen. Außerdem werden die starken Bezüge zu den im Deutschen Literaturarchiv schon vorhandenen Beständen erläutert, vor allem zu der Sammlung Anton Kippenberg.

Anschließend spricht Ulrich von Bülow mit dem Germanisten und Rilke-Kenner Joachim W. Storck über das Buch »Rainer Maria Rilke. Briefe an die Mutter« (Insel Verlag); über 1200 Briefe wurden mit diesem Band zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgelegt. Die Briefe gewähren bemerkenswerte Einblicke in den Alltag des Dichters, erzählen von seinen Reisen, legen aber auch die Grundlinien seines Welt- und Gottesverständnisses offen. Besonders das komplizierte Verhältnis Rilkes zu seiner Mutter wird durch die Lektüre der Briefe nun in ein völlig neues Licht gerückt. Eine Auswahl der Briefe liest der Schauspieler Elmar Roloff.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 29.09.2010, um 19:00 Uhr im Humboldt-Saal im Archivgebäude statt. Der Eintritt kostet 5,-/erm. 3,- Euro. Zwischen der Präsentation und dem Gespräch gibt es eine kleine Imbisspause.

Bitte beachten Sie: Hella Sieber-Rilke, deren Teilnahme an dieser Veranstaltung ursprünglich angekündigt war, musste leider kurzfristig absagen.