Pressemitteilungen

2010

PM 044/2010

Nachlass von Gert Mattenklott geht ans Deutsche Literaturarchiv Marbach

Marbach, 04. Oktober 2010 —

Der Nachlass von Gert Mattenklott geht nach Marbach. Professor Gundel Mattenklott, seine Witwe, stiftete die Papiere des im Oktober 2009 verstorbenen Komparatisten dem Deutschen Literaturarchiv Marbach. Die Materialien umfassen Manuskripte (u. a. Prosa, Notizbücher, Vorlesungen), Korrespondenzen (mit Durs Grünbein, Hans Robert Jauß, Eberhard Lämmert, Gershom Scholem u. a.) und Materialsammlungen u. a. zur jüdischen Literatur und zur Exilliteratur. Außerdem befinden sich in seinem Nachlass Prosa, Notizen, Gutachten und Korrespondenzen von Mattenklotts Lehrer Peter Szondi.


Gert Mattenklott erregte schon mit seiner frühen Habilitationsschrift „Bilderdienst“ über Stefan George und Aubrey Beardsley Aufsehen und war in den letzten 30 Jahren einer der führenden Intellektuellen an der Schnittstelle zwischen Literaturwissenschaft und kultureller Öffentlichkeit. Nach seinem Studium der Literaturwissenschaft, Philosophie, Germanistik und Geschichte in Berlin, Göttingen und Grenoble promovierte er im Jahr 1967 in den Fächern Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft sowie Philosophie. Seine Habilitation folgte 1970 an der FU Berlin. Von Studienbeginn an war sein wichtigster Lehrer Peter Szondi, dessen Schriften er nach dessen Tod herausgab. Er forschte u.a. in Yale und lehrte als Professor in Marburg von 1972-1994, seit 1985 auch an der University of Massachusetts Amherst. Im Jahr 1994 folgte er einem Ruf der FU Berlin an das Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft.


Sein Forschungsinteresse galt der Ästhetik und allgemeinen Kunstwissenschaft sowie der Geschichte der Künste vom 18. bis zum 21. Jahrhundert; unter den einzelnen Forschungsschwerpunkten standen jüdische Studien an erster Stelle. Er hatte zahlreiche Gastprofessuren inne u. a. in Japan, den USA, Israel und Italien. Außerdem arbeitete er als Essayist und Literaturkritiker u. a. für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Neue Zürcher Zeitung sowie für die Zeitschriften Merkur, Neue Rundschau und Sinn und Form.