Pressemitteilungen
2010
PM 045/2010
Suhrkamp-Insel 2: Becketts Botschaften
Ausstellungseröffnung mit Wilhelm Genazino und Michael Lentz
Moderation: Jan Bürger
Marbach, 06. Oktober 2010 —
Über 100 Postkarten schrieb Samuel Beckett an seinen Verleger Siegfried Unseld. Sie begleiten und dokumentieren eine beispiellose Erfolgsgeschichte, die nach dem Erscheinen von Warten auf Godot bei Suhrkamp im Jahre 1953 die literarische Welt und das Theater veränderte. Erstmals wird nun daraus im Literaturmuseum der Moderne in der Reihe Suhrkamp-Inseln eine Auswahl von 30 Karten gezeigt. Zur Eröffnung der Ausstellung Becketts Botschaften sprechen in der Reihe Autor & Autor die Schriftsteller Wilhelm Genazino und Michael Lentz über die anhaltende Faszination des Schriftstellers und Theaterautors Samuel Beckett. Jan Bürger, Leiter des Siegfried Unseld Archivs, hat die Ausstellung zusammen mit der Leiterin des Museums, Heike Gfrereis, und Magdalena Hack (Museum) kuratiert. Die Gestaltung hat Diethard Keppler (Grafik) mit space4 (Architektur) übernommen.
Peter Suhrkamp und Beckett lernten sich 1953 nach der Aufführung von Warten auf Godot in Paris kennen; noch im selben Jahr erschien Becketts berühmtestes Drama in deutscher Sprache. Für den Verlag, der seit Suhrkamps Tod im Jahre 1959 von Siegfried Unseld geleitet wurde, war Beckett schon lange vor dem Literatur-Nobelpreis im Jahre 1969 einer der wichtigsten Autoren des internationalen Programms. Siegfried Unseld und seine Mitarbeiter besuchten ihn immer wieder in Paris. In den sechziger und siebziger Jahren reiste Beckett mehrmals nach Deutschland: Er inszenierte hier einige seiner Stücke und er drehte auch Fernsehfilme für den Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart. Für seine Korrespondenz mit Kollegen, Lektoren und Verlegern verwendete Samuel Beckett gern weiße Karten. Das kleine Format scheint ihn, der stets nach größtmöglicher Präzision in der Wortwahl suchte, besonders gereizt zu haben. Mit „Sam“ unterschrieb er zuletzt die Postkarten an seinen Verleger, mit dem er 35 Jahre lang intensiv korrespondierte – sie zeigen einen ebenso kompromisslosen wie öffentlichkeitsscheuen Autor.
Die Veranstaltung findet am 15. Oktober, um 19 Uhr im Schiller-Saal (Schiller-Nationalmuseum) statt.

