Pressemitteilungen
2010
PM 064/2010
Moralische Klarheit – Leitfaden für erwachsene Idealisten
Susan Neiman im Gespräch mit Marcel Lepper
Marbach, 02. Dezember 2010 —
»Der Begriff Moral ist verpönt, ein Wort wie Held ist tabu, gut und böse tauchen nur mit Anführungszeichen auf«, so Susan Neiman, Philosophin und Direktorin des Einstein Forums in Potsdam. Mit ihrem Buch »Moralische Klarheit« (Hamburger Edition) will sie die Sprache der Moral und deren Konzept des Guten, die von konservativen Parteien und der religiösen Rechten vereinnahmt wurden, für die Linke zurückgewinnen. Denn das Scheitern des Kommunismus habe die Linke so gelähmt, dass sie nun meine, allen Idealen abschwören zu müssen und nicht mehr im Namen moralischer Werte wie etwa der Gerechtigkeit agieren zu können. Diese politische Gegenwartsdiagnose nimmt Neiman zum Anlass, das Verhältnis von Moral und Politik philosophisch zu ergründen. Dabei distanziert sie sich vor allem von Carl Schmitt, der den Bereich des Politischen strikt von dem der Moral getrennt sehen wollte. Aus einer Ethik der Verantwortung für das eigene Handeln entwickelt Neiman ein weiteres Kernthema ihres Buches: die Idee des Helden. Wozu brauchen wir Helden, warum reichen uns nicht Vorbilder? Was ist überhaupt ein Held?
Susan Neiman verteidigt auf der Grundlage ihrer eigenen historischen Analysen die abendländischen Werte überzeugend gegen ihre Kritiker und entwickelt ein philosophisches Fundament für heutiges politisches Denken und Handeln. Durch ihre aktuellen Analysen von moralischen Urteilen über Gut und Böse und durch Beispiele von zeitgenössischen Helden, die bereit waren, um eines Ideals willen die engen Gleise ihrer Karrieren zu verlassen, entsteht eine neue Sicht auf die Grundwerte der Aufklärung.
In Zusammenarbeit mit dem Heidelberg Center for American Studies
Die Veranstaltung findet am 7. Dezember 2010, um 20 Uhr im Berthold-Leibinger-Auditorium (Literaturmuseum der Moderne) statt.
Eintritt: Euro 5,-/erm. 3,-.

