Pressemitteilungen
2011
PM 002/2011
Tagung: »Heiterkeit als Ausnahmezustand« (20.-22.01.2011)
Marbach, 11. Januar 2011 —
Veranstaltungen im Rahmen der Tagung:
Helmuth Lethen und Cord Riechelmann im Gespräch: »Drogen und Rausch«
und »Von blauen Spiegeln und lichten Seelen – Heiterkeit in China«
Vortrag von Helwig Schmidt-Glintzer
Über Ernst Jüngers Abgründen leuchtet ein überraschend, nicht selten ein erschreckend heiterer Himmel. Die Jünger-Ausstellung im Literaturmuseum der Moderne (bis 27. März 2011) fordert dazu heraus, über literarische Formen der Heiterkeit, über Lebenskunst und Totalitarismus nachzudenken. Heiterkeit als ein mentaler Zustand, charakterisierbar durch Begriffe wie Gelassenheit oder Seelenruhe, hebt sich von anderen Begriffen und Phänomenen ab: dem zufallsgebundenen Glück, dem ausdrucksstarken Lachen, der anlassbezogenen Freude, der körperlich geprägten Lust, der situationsorientierten Komik und dem reflexiv fundierten Humor, der Ironie, dem Witz. Lässt sich die Vernachlässigung der Heiterkeit ideengeschichtlich mit der Aufwertung der Melancholie seit der frühen Neuzeit erklären? Ist Heiterkeit ein Ausnahmezustand? Welche ästhetischen Konzepte, welche unterschiedlichen Praktiken der Heiterkeit haben sich in literarischen und wissenschaftlichen Traditionen ausgeprägt? Mit Vorträgen von u. a. Alexander Honold (Basel), Joachim Radkau (Bielefeld), Helwig Schmidt-Glintzer (Wolfenbüttel), Detlev Schöttker (Dresden) und Barbara Wild (Tübingen).
Am 20. Januar 2011, um 20 Uhr diskutiert der Kulturwissenschaftler Helmuth Lethen mit dem Biologen Cord Riechelmann über die Drogenexperimente Ernst Jüngers (Berthold-Leibinger-Auditorium, Literaturmuseum der Moderne). Die Veranstaltung in der Reihe Autor & Autor ist öffentlich. Es moderiert Jan Bürger.
Eintritt: 5 Euro/3 Euro
Am 21. Januar 2011, um 20 Uhr hält Helwig Schmidt-Glintzer einen Vortrag zum Thema »Heiterkeit in China« (Tagungsbereich des Deutschen Literaturarchivs). Der Vortrag ist öffentlich, der Eintritt ist frei.

