Pressemitteilungen
2011
PM 003/2011
Suhrkamp-Insel 3: Max Frisch: Das Tagebuch
Ausstellungseröffnung mit Volker Schlöndorff
Moderation: Jan Bürger
Marbach, 21. Januar 2011 —
In der Auseinandersetzung mit Peter Suhrkamp entsteht Max Frischs Tagebuch 1946-1949, das sich als Keimzelle seiner erfolgreichsten Texte und als ein Hauptwerk der Suhrkamp-Ära herausstellen wird. Die Zeugnisse dieser Zusammenarbeit, 31 Exponate, werden nun erstmals in der Ausstellungsreihe Suhrkamp-Insel im Literaturmuseum der Moderne ausgestellt. Zur Eröffnung spricht der Regisseur Volker Schlöndorff mit dem Leiter des Siegfried Unseld Archivs Jan Bürger über seine Begegnungen mit dem Schriftsteller Max Frisch und das große Filmprojekt Homo faber.
»Verehrter lieber Herr Suhrkamp!«, so beginnt der drei Seiten lange Brief, den der 38-jährige schweizerische Autor Max Frisch am 20. Juli 1949 auf der Schreibmaschine an seinen neuen Verleger schreibt. Er verbringt den Sommer in Suhr-kamps Haus in Kampen auf Sylt, um sich in dessen »grossem Arbeitszimmer« ganz der Schriftstellerei zu widmen, während dieser in Frankfurt versucht, den ‚Suhrkamp Verlag vormals S. Fischer’ zu konsolidieren. Die Verhandlungen gestalten sich so schwierig, dass am Ende kein Weg an der riskanten Neugründung des ‚Suhrkamp Verlags’ vorbeiführt, dessen Programm Suhrkamp im Herbst 1950 mit Frischs Tagebuch 1946–1949 eröffnet. Erst zwei Jahre zuvor hatten sich der zwanzig Jahre ältere Verleger und der Autor des gerade erschienenen Tage-buchs mit Marion, damals noch hauptberuflich Architekt, kennengelernt. Während der Jüngere fürchtet, die »liebevoll-fordernde« Erwartung seines Verlegers nicht zu erfüllen, glaubt der Förderer an dessen Talent. »Unbedingt ein Dichter – was daraus werden mag, muß sich zeigen«, so stellt er Frisch bei dessen erster Lesung in Deutschland am 31. Januar 1950 vor.
Die Veranstaltung findet am 24. Februar 2011, um 19 Uhr im Humboldt-Saal (Archivgebäude) statt. Eintritt: 5 Euro/3 Euro
Eine Pressevorbesichtigung findet am Dienstag, 22. Februar, um 11 Uhr im Literaturmuseum der Moderne statt; um Anmeldung wird gebeten (presse@dla-marbach.de).
Zur Ausstellung erscheint das Marbacher Magazin 133 von Jan Bürger, mit einem Beitrag von Katrin Sterba.

