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2011

PM 012/2011

Tagung: »Geraubte, zerstörte, gerettete Bücher, Bibliotheken, Sammlungen und ungedruckte Materialien nach 1933« (18.-20. März 2011)

Marbach, 16. März 2011 —

Bücher standen bislang selten im Zentrum der Debatte um kulturelles Raubgut und Restitutionspolitik. Die in Verbindung mit der Gesellschaft für Exilforschung ausgerichtete Tagung lenkt den Blick auf verlorene, wiedergefundene, rekonstruierte oder erst jetzt von der Zerschlagung bedrohte Bibliotheken. In den einzelnen Sektionen der Tagung wird u. a. über die Geschichte von Sammlungen, Bibliotheken und Archiven exilierter Personen und über Institutionen wie z. B. der Bibliothek des Warburg-Instituts, des Leo Baeck Instituts und der Wiener Library/London referiert. Darüber hinaus wird die Rolle staatlicher Verfolgungsinstanzen und institutioneller Nutznießer des Raubs von Büchern und Schriftgut untersucht. Zu den Referenten zählen u. a. der Literaturwissenschaftler Günter Häntzschel (München), Ines Rotermund-Reynard (Paris), Thomas Richter (Bern), Julia Scialpi (Heidelberg) und Regine Dehmel (Hannover).
Die auch von der Bundesrepublik unterzeichnete Washingtoner Erklärung 1998 zur Rückgabe des von den Nationalsozialisten geraubten Kulturguts hat in der Öffentlichkeit und in der Wissenschaft zur intensiven Beschäftigung mit dem Thema »Raub und Restitution« geführt. Neben Kunstwerken sind nun auch Bibliotheken, Bücher und unveröffentlichtes Material in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Die Tagung im Deutschen Literaturarchiv, das bedeutende Exilsammlungen beherbergt und als ein Zentrum der internationalen Exilforschung gilt, soll dazu beitragen, Schnittpunkte zwischen Kulturgeschichte, Bibliothekswissenschaft und Exilforschung aufzuzeigen.
Die Tagung findet vom 18. März bis 20. März 2011 im Tagungsbereich des Deutschen Literaturarchivs Marbach statt. Um Anmeldung wird gebeten: forschung@dla-marbach.de (Tagungsgebühr Euro 30,-)

Tagung der Gesellschaft für Exilforschung e. V. in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach und in Verbindung mit der Herbert und Elsbeth Weichmann Stiftung und dem Zukunftsfonds der Republik Österreich