Pressemitteilungen
2011
PM 014/2011
Diskussion und Lesung:
»Geheime Botschaften: Helmuth James von Moltkes letzte Briefe«
Mit u. a. Peter Hoffmann, Ulrike und Helmuth Caspar von Moltke
Marbach, 22. März 2011 —
Freya von Moltke, die am 29. März 100 Jahre alt geworden wäre, hatte die Briefe ihres Mannes, Zeugnis einer großen Liebe, dem Deutschen Literaturarchiv zusammen mit weiteren Dokumenten aus der Familie von Moltke im Jahr 2009 übergeben. Diese wie durch ein Wunder erhaltene Korrespondenz zwischen Helmuth James von Moltke und seiner Frau aus den letzten Wochen vor seiner Hinrichtung erschienen jetzt im Verlag C. H. Beck. Aus diesem Anlass spricht der Historiker Peter Hoffmann zum Thema »Moltke, Goerdeler und Stauffenberg. Fragen und Kontroversen«; aus dem Buch »Abschiedsbriefe Gefängnis Tegel« (C. H. Beck) liest Helmuth Caspar von Moltke, ältester Sohn von Helmuth James und Freya von Moltke. Anschließend diskutieren Peter Hoffmann, Helmuth Caspar von Moltke, Ulrike von Moltke und Frauke Geyken, die Biographin von Freya von Moltke, über die Moltkes, ihr Leben und ihre Leistungen. Es moderiert der Direktor des Deutschen Literaturarchivs, Ulrich Raulff.
Berlin Tegel, im Herbst 1944: Der 37 Jahre alte Jurist und Widerständler Helmuth James von Moltke wartet auf seinen Prozess vor dem Volksgerichtshof – und auf seine Hinrichtung. Während sowjetische Truppen auf seine Heimat Kreisau in Schlesien vorrücken und Weggefährten gehenkt werden, wechselt er täglich Briefe mit seiner Frau Freya: Es geht um ihre Liebe und die Lage in Kreisau, die Situation im Gefängnis und die Vorbereitung auf den Tod, aber auch um den Widerstand und um Wege zur Rettung. »Ich habe keine Furcht vor dem Tod, und ich habe animalische Angst vor dem Sterben«, schreibt Helmuth James. »Ich werde alt und anders werden, deshalb muss ich Dich in mir tragen und mit Dir leben«, antwortet Freya. Die intimen und politisch expliziten Briefe, die vom Gefängnispfarrer Harald Poelchau unter Einsatz seines Lebens an der Zensur vorbeigeschmuggelt wurden, sind das aufwühlende Zeugnis einer großen Liebe in den Zeiten des Widerstands gegen ein unmenschliches Regime.
Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 24. März, um 20 Uhr im Humboldt-Saal (Archivgebäude) statt. Anschließend sind die Besucher herzlich zu einem Empfang im Foyer des Humboldt-Saals eingeladen.
In Verbindung mit dem Verlag C. H. Beck

