Pressemitteilungen
2011
PM 016/2011
Ausstellungseröffnung (fluxus 18)
rainald goetz: »politische fotografie«
Marbach, 25. März 2011 —
Zur Eröffnung der Ausstellung »politische fotografie« in der Reihe fluxus spricht der Schriftsteller Rainald Goetz mit der Leiterin des Museums, Heike Gfrereis, über seine Fotografien aus dem Jahrzehnt der Nullerjahre, aufgenommen vor allem in Berlin. Anschließend liest Rainald Goetz aus seinem Buchprojekt »Schlucht«. In den etwa 50 Exponaten der Ausstellung, Fotos und Arbeitsheften, zeigt sich das öffentlich verbreitete objektive Bild der Welt in der Kollision mit privaten Bildern: Haus, Baum, Menschen, Blicke – als subjektives Porträt der jüngsten Vergangenheit. Das Buch des Todes ist ja noch geschlossen. Aufgeschlagen: Gegenwart. Das Fotobuch von Rainald Goetz mit dem Titel elfter september 2010 (Suhrkamp Verlag) ist im Jahr 2010 erschienen.
Die Ausstellung politische fotografie versammelt Bilder der unterschiedlichen Arten und Grade von Kaputtheit der damaligen Zeit in Berlin. Im Alltag der Stadt und in den Gesichtern der Menschen wütet die Zeit. Solange sie da ist, ist sie unerkennbar. Das Unvergangensein der aktuellen Gegenwart reicht noch zurück bis an den Anfang des Jahrzehnts. Politik, Kunst, Nachtleben, Architektur. Berlin, stampfende steinerne Stadt im Sand. Und jedes Bild sagt Nein zu jeder Reduktion der Worte.
Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 7. April 2011, um 19 Uhr im Literaturmuseum der Moderne statt. Der Eintritt kostet Euro 5,- / erm. 3,-.
Christoph Amend (Die Zeit): Ist es eigentlich für Sie leichter, mit Bildern zu erzählen als mit Worten?
Rainald Goetz: Nein, es ist viel emotionaler, aufwühlender.
