Pressemitteilungen

2011

PM 021/2011

Norbert Lammert und Herta Müller im Gespräch:

Wie viel moralischen und politischen Kredit hat die Literatur zu vergeben?

Moderation: Sigrid Löffler und Jan Bürger

Marbach, 15. April 2011 —

Kann die Literatur überhaupt einen politischen Beitrag leisten oder überfordert sie sich damit? Bundestagspräsident Norbert Lammert bittet die Nobelpreisträgerin Herta Müller zu einem kleinen Marbacher Gipfeltreffen; zur Begrüßung spricht der Präsident der Deutschen Schillergesellschaft, Manfred Erhardt. Es moderieren die Kritikerin und Publizistin Sigrid Löffler und der Leiter des Siegfried Unseld Archivs, Jan Bürger.

Unlängst übte die in Rumänien geborene und in Berlin lebende Schriftstellerin Herta Müller nach der Festnahme des regimekritischen Künstlers Ai Wei Wei scharfe Kritik an der deutschen Ausstellung »Kunst der Aufklärung« in Peking. Im Nachrichtenmagazin Focus stellte sie in einem Interview fest: »Es kommt mir vor, als würde die deutsche Kulturpolitik regelrecht winseln um Anerkennung durch China«. Herta Müller gilt als streitbare Schriftstellerin. Das hängt auch damit zusammen, dass sie selbst immer wieder Ziel und Opfer von Schikanen, Drohungen und Ermittlungen durch den rumänischen Geheimdienst Securitate gewesen ist.
Umso dringlicher stellt sich angesichts ihres Werkes die Frage, welche Rolle Politik für künstlerische Verfahren spielt und inwiefern Künstler Einfluss auf politische Prozesse nehmen können. Im Gespräch mit Bundestagspräsident Norbert Lammert sollen die Grenzen zwischen Kunst und Politik vermessen werden. Ist politisches Engagement überhaupt mit einer autonomen Literatur vereinbar?

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 27. April 2011, um 19 Uhr im Humboldt-Saal (Archivgebäude) statt. Eintritt: Euro 5, -/erm. 3,-

Wir bitten um Beachtung: Die Moderation der Veranstaltung übernehmen Sigrid Löffler und Jan Bürger.