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2011

PM 024/2011

Umfangreicher Fachkatalog der Bibliothek des Deutsches Literaturarchivs jetzt vollständig für Online-Recherchen verfügbar

Marbach, 10. Mai 2011 —

Der bedeutendste Fachkatalog zur deutschsprachigen Literatur- und Geistesgeschichte, der Katalog der Bibliothek des Deutschen Literaturarchivs, ist vollständig digitalisiert. Mit der Marbacher Datenbank Kallías steht der umfangreiche Katalog nun für Forschungsprojekte wie für die literarisch interessierte Öffentlichkeit im Netz zur Verfügung. Die Überführung des etwa 1,2 Millionen Titelkarten umfassenden Systematischen Katalogs in die Datenbank Kallías nahm knapp 3½ Jahre in Anspruch. Gegenwärtig sind mehr als 50.000 literarische Autoren, 640.000 Beiträge, 350.000 Bücher sowie 13.500 Zeitschriften-Titel nachgewiesen. Der Schwerpunkt dieses Katalogs liegt auf dem Nachweis literarischer und kulturgeschichtlicher Quellen von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis in die unmittelbare Gegenwart; er enthält Textnachweise der schwäbischen Literatur- und Geistesgeschichte ebenso wie Segmente der aktuellen Internet-Literatur. Noch 2011 soll dann mit der Retrokonversion der Handschriftenkataloge des Deutsches Literaturarchivs begonnen werden.

Mit der Marbacher Datenbank Kallías steht der Forschung ein Recherche-Instrument zur Verfügung, das Bücher und Jahrgangsfolgen von Zeitschriften, Beiträge aus Zeitschriften, Jahrbüchern und Sammelwerken, Ton- und Bildträger, Manuskripte, Korrespondenzen, Gemälde, Fotografien und geschlossene Bestände - vom Nachlass über die Autorenbibliothek bis hin zu den Dokumenten des literarischen Lebens - in einem Netzwerk zusammenführt. Die Nachweise der Bibliothek des Deutschen Literaturarchivs sind überdies in die „Virtuelle Fachbibliothek Germanistik“ und in den Südwestverbundkatalog eingebunden.

Die Datenbasis ist formal und sachlich konsistent über Normdaten und eine Fachsystematik erschlossen. Zentrale Verknüpfungselemente stellen die Autoren und ihre Werke dar. Bei den literaturgeschichtlich herausragenden Autoren einer Epoche erreichen die systematisch differenzierten Nachweise mitunter sogar personalbibliographische Dimensionen. Es können aber auch zahllose unbekannte oder vergessene Schriftsteller und Schriftstellerinnen, Essayisten, Publizisten und Verleger des 20. Jahrhunderts und deren verstreut veröffentlichte Werke in der vielschichtig angelegten Quellen-Dokumentation entdeckt werden.

Die Retrokonversion des „Systematischen Katalogs“ im Deutschen Literaturarchiv ist der notwendige Schritt zu einer zukunftsfähigen, benutzerorientierten Präsentation des Marbacher Gesamtbestands gewesen. In diesem technisch wie intellektuell anspruchsvollen Projekt sind qualitativ hochwertige Metadaten entstanden, die in den nächsten Jahren mit Volltext-Digitalisaten aus literarische und kulturellen Zeitschriften sukzessiv angereichert werden können. Mit Hilfe neu zu entwickelnder Verfahren sollen die Darstellung der Bestände im Sinne eines bio-bibliographischen Informationsspeichers und die Verlinkung zu anderen „Wissensquellen“ möglich gemacht werden.
Die qualitätsorientierten Erfassungsarbeiten sind von der Firma Bibliographische Dienste GmbH durchgeführt worden. Das Projekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Robert Bosch Stiftung, der Hertie-Stiftung sowie mit Bundesmitteln und Mitteln der Deutschen Schillergesellschaft finanziert.