Pressemitteilungen
2011
PM 029/2011
Sonderauszeichnung für das Schiller-Nationalmuseum beim ›Museums-Oscar‹
Marbach, 23. Mai 2011 —
Das Schiller-Nationalmuseum in Marbach am Neckar wurde am Samstagabend im Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven vom Europäischen Museums Forum (EMF) unter Federführung des Europarates mit einer Sonderauszeichnung gewürdigt. Der »European Museum of the Year Award 2011« ging an das Gallo-Römische Museum im belgischen Tongeren. Im letzten Jahr hatte ein deutsches Museum gewonnen, das Ozeaneum in Stralsund. Weitere Preise gingen an das »Watersnoodmuseum« in Owerwerk (Niederlande) sowie an das »Museum der zerbrochenen Beziehungen« in Zagreb (Kroatien). Beim Schiller-Nationalmuseum des Deutschen Literaturarchivs Marbach zeigte sich die Jury von der »poetischen und ästhetischen Qualität« beeindruckt. Mit der Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts widme sich die Ausstellung einem nicht nur interessanten, sondern auch enorm schwierigen Thema.
Das EMF hatte 34 Museen aus 15 Ländern in die Endausscheidung geschickt. Teilnahmeberechtigt am Wettbewerb sind Museen aus allen Mitgliedsstaaten des Europarates, die in den vergangenen zwei Jahren neu eröffnet oder neu gestaltet bzw. renoviert worden sind. Bewertet wird von der Jury in erster Linie das Besuchererlebnis, im Weiteren aber auch die Interpretation, Präsentation und Ausstattung, die soziale Verantwortung, die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing. Das Schiller-Nationalmuseum wurde am 10. November 2009 zum 250. Geburtstag Friedrich Schillers wiedereröffnet und hat seitdem eine enorme Zahl von Besuchern angezogen. Seit November 2009 haben über 132.00 Menschen die beiden Museen auf der Schillerhöhe besucht, deren Ausstellungen eine einzigartige Einführung in die deutsche Literatur vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart sind und die Schätze des Deutschen Literaturarchivs zeigen.
In den Innenräumen des Schiller-Nationalmuseums ist nach den Plänen von David Chipperfield Architects der historische Bestand des 1903 erbauten Museums architektonisch neu interpretiert. In neun Räumen werden auf 450 Quadratmetern rund 700 Exponate gezeigt. Der Nordflügel widmet sich Friedrich Schiller unter den Stichworten ›Bild‹, ›Horizont‹, ›Leben‹, ›Werk‹, ›Hülle‹, im Südflügel geht es um die Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts und die Themen ›Schrift und Energie‹, ›Ursprung‹, ›Liebe und Wahnsinn‹, ›Kleine Formen‹. Im Gartensaal des schlossartigen Museums sind Café und Shop untergebracht. Im neu eingerichteten Schiller-Nationalmuseum wird die wechselvolle Geschichte der Dichterverehrung ebenso anschaulich wie die vielfältigen Auswirkungen einer deutschen, vielfach auch spezifisch schwäbischen Literaturgeschichte.
Jürgen Walter MdL, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, gratulierte Ulrich Raulff und allen Verantwortlichen in Marbach. »Diese Auszeichnung ist ein hoch verdienter Erfolg für Marbach. Das Deutsche Literaturarchiv Marbach mit seinen beiden Museen gehört schon lange zu den Besten in Europa. Das zeigt nicht zuletzt die jüngste Kooperation mit der Bodleian Library der University of Oxford«, sagte der Staatssekretär.

