Pressemitteilungen
2011
PM 046/2011
Neue Wechselausstellung: „Ich liebe Dich!“
Ausstellungseröffnung mit Michael Lentz am 20. September 2011
Marbach, 15. Juli 2011 —
„Mit diesem Satz ist das endgültige Bekenntnis da. Darüber hinaus geht es nicht“, so die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff über „Ich liebe Dich“, drei Worte, die alles riskieren und nur selten eine zweite Chance erhalten. Die neue Ausstellung „Ich liebe Dich!“ erzählt in 66 + 6 literarischen Beispielen ihre reiche und wechselvolle Geschichte von Johann Wolfgang von Goethe bis Robert Gernhardt. Zur Ausstellungseröffnung am 20. September 2011 liest der Autor Michael Lentz, der aus der Formel „Ich liebe Dich“ einen ganzen Roman, „Liebeserklärung“, geschaffen hat. Dazu singen und spielen Gäste der Intenationalen Hugo-Wolf-Akademie. Entwickelt wurde die Ausstellung von Dr. Heike Gfrereis und Dr. Ellen Strittmatter, beraten von Michael Lentz, der auch selbst Exponate zur Verfügung gestellt hat. Das Büro space4 (Stuttgart) und die Grafikkooperation Diethard Keppler und Marcus Wichmann (Marbach/Stuttgart) haben die Ausstellung gestaltet. „Ein Satz als Instrument“ heißt das Gespräch, das Michael Lentz mit Sibylle Lewitscharoff für das zur Ausstellung erscheinende Marbacher Magazin geführt hat.
Die Ausstellung „Ich liebe Dich!“ zeigt eine kleine Literaturgeschichte von drei Worten, die sich zu einer Kippfigur formieren, die „paradoxerweise ... als Versprechen und Erfüllung, als Offenbarung und Zerstörung“ (Lentz) gesehen werden kann. Sie folgt den Ausformungen und Auswirkungen dieser einzigartigen Formel, seinen trivialen und originellen, hohlen und intensiven Variationen. Literarische Texte und Liebesbriefe, reale und fingierte Liebeserklärungen aus den Weiten des Literaturarchivs werden in „Ich liebe Dich!“ in chronologischer Reihung ausgestellt.
Gezeigt werden unter den Exponaten u. a. Seiten aus Goethes Briefroman Die Leiden des jungen Werthers, Briefe von Ricarda Huch, Siegfried Kracauer, Ingeborg Bachmann, Peter Hacks, Gottfried Benn und HAP Grieshaber; außerdem Hubert Fichtes Plan zum Roman Versuch über die Pubertät, Tagebucheinträge von Peter Handke und Robert Gernhardt, Gedichte von Ulla Hahn und Wolf Wondratschek, eine Manuskriptseite des Songs New York/N.Y. von Nina Hagen und das Manuskriptbuch zum Roman Schilf von Juli Zeh. „Ich liebe Dich!“ hat in der Literaturgeschichte über Jahrhunderte für Stoff gesorgt: 66 + 6 Exponate erzählen exemplarisch von der Möglichkeit einer Phrase, der, wie Roland Barthes es in den Fragmenten einer Sprache der Liebe ausgeführt hat, nicht zu entkommen ist.
Die Ausstellungseröffnung findet am 20. September 2011, um 19 Uhr im unteren
Foyer des Literaturmuseums der Moderne statt.
Sie sind herzlich eingeladen zu einer Pressevorbesichtigung am Dienstag,
20. September 2011, um 15 Uhr.
Sibylle Lewitscharoff: „Der Code [der Liebe] steigert im Grunde sich selbst.“
Michael Lentz: „Und lässt uns ganz ins Nichts fallen.“
(Aus dem Marbacher Magazin 136)

