Pressemitteilungen
2011
PM 055/2011
Auschwitz sehen und sterben? – Strategien der Vergangenheitsbewältigung in den Werken der Autoren der zweiten und dritten Generation
Ein Vortrag von Magdalena Daroch
Marbach, 20. September 2011 —
Die Welt hinter den geschlossenen Toren der Konzentrationslager wurde schon von solchen Autoren wie Primo Levi (Die Untergegangenen und die Geretteten), Tadeusz Borowski (Die steinerne Welt) oder Wieslaw Kielar (Anus Mundi) beschrieben. Heute sind die Gedenkstätten für Interessierte aus aller Welt zugänglich. Warum besuchen die vorwiegend jüngeren Menschen, für die der Holocaust schon Geschichte ist, die Konzentrationslager? Welches Vorwissen bringen sie mit und mit welchen Gedanken verlassen sie diese Orte der Erinnerung? Diesen Fragen geht Magdalena Daroch in Werken von Schriftstellern der zweiten und dritten Generation nach, die aus verschiedenen Gründen Auschwitz, Oranienburg oder Theresienstadt aufsuchten.
Magdalena Daroch, die deutsche Sprache und Literatur an der Warschauer Universität lehrt, forscht über die jüngste deutsche und polnische Literatur des Holocaust. Im Mittelpunkt ihrer Untersuchungen steht die Auseinandersetzung von Schriftstellern mit der deutschen Vergangenheit, u. a. folgende Romane: Auschwitz sehen und sterben und Roboter von Maxim Biller, Das jüdische Begräbnis von Lothar Schöne, Gebürtig von Robert Schindel, Die Beschneidung und Der Vorleser von Bernhard Schlink. Welche Worte und literarischen Mittel finden die jüngeren Autoren zur Beschreibung dieser Orte? Wie lässt sich heute über Auschwitz schreiben? Auschwitz versteht Daroch dabei sowohl als Synonym für den massenhaften Mord an den Juden, als auch als realen Ort der Erinnerung. Ist das Konzentrationslager wirklich nur „Zeitschaft“, wie es Ruth Klüger sieht (weiter leben), oder auch „Ortschaft“, wie es Peter Weiss beschreibt?
Die Veranstaltung findet am Montag, 26. September 2011, um 18 Uhr im Kilian-Steiner-Saal (Archivgebäude) statt.
Eine Veranstaltung der Adamas-Stiftung

