Pressemitteilungen
2011
PM 056/2011
»Für die Katz. Sloterdijks ungenutzte Tagebücher«
Ulrich Raulff im Gespräch mit Peter Sloterdijk
Marbach, 21. September 2011 —
Einer der bedeutendsten zeitgenössischen Philosophen deutscher Sprache, Professor Dr. Peter Sloterdijk, spricht über seine bislang unveröffentlichten Tagebücher und die Finessen seiner persönlichen Notationspraxis. Aus seinen geheimen Notizen wird der Philosoph im Anschluss einige Passagen lesen. Es moderiert der Direktor des Deutschen Literaturarchivs,
Ulrich Raulff.
Der Philosoph und Schriftsteller Peter Sloterdijk verwendet seine Tagebücher bislang ausschließlich zum Denken mit dem Stift in der Hand, zur Stimulation und Aufzeichnungsspur seiner inneren Stimme, nicht als Material für seine Bücher – so wie er es in seinem Essay Ich sage Euch: man muss noch Chaos in sich haben (2006) diktiert: »Liefere dich Prüfungen aus! Lege Deine Akte an. Sammle Hinweise, die verstehen lassen, dass es dich geben musste. Setze dich selbst, bringe dein Thema zum Zuge! Weil Kraft zur Setzung alles ist, vergiß nicht, dein Zeichen aufzustellen. Nimm teil an dem Experiment, das zeigen wird, was geht und hält; laß zu, dass vieles an sich selber scheitert. Die Welt ist Versuch geworden – wer nicht versucht hat, wird nicht zur Welt kommen. Es gibt nur einen Fehler, den, latent zu bleiben. Klugheit bedeutet für die Zukunft: Der Versuchung durch Spurlosigkeit widerstehen.«
Ein großes Gespräch von Ulrich Raulff mit Peter Sloterdijk »Schicksalsfragen: Ein Roman vom Denken« ist erschienen im Marbacher Magazin 135: Schicksal. Sieben mal sieben unhintergehbare Dinge (Deutsche Schillergesellschaft 2011. 166 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen. Broschiert. Euro 15,-. ISBN 978-3-937384-77-1).
Die Veranstaltung findet am Montag, 26. September 2011, um 20 Uhr im Hum-boldt-Saal (Archivgebäude) statt. Der Eintritt kostet 5,-/erm. 3,- Euro.
Hinweis: Ursprünglich sollte diese Veranstaltung am 28. Juni 2011 stattfinden, der Termin musste wegen Krankheit verschoben werden.
Das Schicksal ist beides, die Serie der Prüfungen und das Endspiel.
Peter Sloterdijk in seinem Gespräch mit Ulrich Raulff (Marbacher Magazin 135)

