Pressemitteilungen

2011

PM 059/2011

Ausstellungseröffnung: »Geteilte Post. Franz Kafka an Grete Bloch«

Mit Peter-André Alt und Wendelin Wiedeking

Marbach, 28. September 2011 —

Grete Bloch hat die Briefe von Franz Kafka zum Teil auseinandergeschnitten, um sie an ihre Freundin Felice Bauer, Kafkas Verlobte, weiterzugeben, für die sie ihr im Grunde bestimmt schienen. 28 dieser Briefe sind dank der Wiedeking-Stiftung Stuttgart im Juli nach Marbach gekommen und nun zum ersten Mal zu sehen. Zur Eröffnung der Ausstellung »Geteilte Post. Franz Kafka an Grete Bloch« am 5. Oktober 2011 sprechen Dr. Wendelin Wiedeking, Vorstandsvorsitzender der Wiedeking-Stiftung Stuttgart, Peter-André Alt, Präsident der Freien Universität Berlin und einer von Kafkas eindringlichsten Biographen, und der Direktor des Deutschen Literaturarchivs Marbach, Ulrich Raulff.

Die von der Wiedeking-Stiftung Stuttgart erworbenen Briefe von Franz Kafka an Grete Bloch wurden dem Deutschen Literaturarchiv Marbach im Juli als Dauerleihgabe (Depositum) übergeben. Bei dem Konvolut handelt es sich um 28 lange und aufschlussreiche Briefe, die Franz Kafka an Grete Bloch im Jahr 1914 schrieb. Damit ermöglicht die Wiedeking-Stiftung Stuttgart dem Deutschen Literaturarchiv, seinen Rang als eine der bedeutendsten Sammelstellen der Handschriften Franz Kafkas weiter auszubauen. Ulrich Raulff begrüßte den Ankauf der Briefe durch die Wiedeking-Stiftung als »kulturpolitisch herausragenden, verantwortungsvollen Akt – und für das Deutsche Literaturarchiv Marbach eine besonders glückliche Stunde«.

Grete Bloch (1892-1944) wurde in Berlin geboren und stammte wie Kafka aus einer jüdischen Familie; im Jahr 1913 lernte sie Franz Kafka kennen. Als engste Freundin und Vertraute Felice Bauers spielte sie eine entscheidende Rolle in deren Verlobungsdrama mit Kafka. Die Briefe zeigen vor allem, dass dieser »andere Prozess« (Elias Canetti) in Wirklichkeit eine Dreiecksgeschichte war: Einzelne Teile der Briefe hat Grete Bloch abgeschnitten, um sie Felice Bauer zu geben. Nach dem berühmten »Gerichtstag« im Berliner Hotel Askanischer Hof, bei dem Grete Bloch anwesend war, kam es zur Auflösung des Verlöbnisses. Damit endete auch der Briefwechsel zwischen Franz Kafka und Grete Bloch. Seit 1936 lebte Grete Bloch in Italien, von dort wurde sie im Mai 1944 ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert und ermordet.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 5. Oktober 2011, um 19 Uhr im Schillersaal (Schiller-Nationalmuseum) statt.

Zu einem Pressegespräch laden wir sie herzlich ein, am 5. Oktober 2011, um 18 Uhr. Die Ausstellung ist an diesem Tag von 17 Uhr an zu besichtigen.

Der Eintritt ist frei.

Kontakt Wiedeking Stiftung Stuttgart:
Anton Hunger, E-Mail: publicita@antonhunger.de; Tel.: 08151/9718840 (Büro)