Tagungen

Gasttagungen 2009

Auf dieser Seite finden Sie Informationen über Gasttagungen, die im Jahr 2009 im Deutschen Literaturarchiv Marbach stattfinden.


Chamisso – wohin? Über die deutschsprachige Literatur von Autoren aus aller Welt

Ein Symposium der Robert Bosch Stiftung, Stuttgart, und des Deutschen Literaturarchivs Marbach
25. bis 27. November 2009

Literarische Werke in deutscher Sprache, geschrieben von Autorinnen und Autoren, deren Muttersprache nicht die deutsche ist und deren Biografie nicht allein durch den deutschen Sprach- und Kulturraum geprägt worden ist, haben in jüngster Zeit mehr und mehr Anerkennung gefunden und werden heute als wesentlicher Bestandteil der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur betrachtet. Sprachkünstler wie Emine Sevgi Özdamar, Ilma Rakusa, Terézia Mora, Feridun Zaimoglu, Ilija Trojanow, SAID oder José F.A. Oliver sind aus dem literarischen Leben Deutschlands, Österreichs und der Schweiz nicht mehr wegzudenken. In den letzten Jahren hat man die Werke solcher Autoren oft als «inter-» oder «transkulturelle Literatur» bezeichnet, auch als «Migrations-» oder «Migrantenliteratur». Ausgehend von der Robert Bosch Stiftung, die diese Literatur seit 25 Jahren durch die jährliche Vergabe des Adelbert-von-Chamisso-Preises fördert, hat sich zudem, auch und gerade in der Germanistik, der Name «Chamisso-Literatur» etabliert.

Werden diese Bezeichnungen dem sich immer vielfältiger entwickelnden Phänomen gerecht? Was ist das Besondere an dieser Literatur? Was unterscheidet sie von anderen Strömungen und Tendenzen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur? Welche Themen, Stoffe und Motive, welche Strukturen, welche sprachlichen Formen, welche Kontexte machen sie unverwechselbar? Und schließlich: Wohin könnte sich diese Literatur in Zukunft bewegen? Diesen – und natürlich anderen, mit dem Gegenstand unabweisbar verknüpften – Fragen wird das Symposium nachgehen. Die Geschichte dieser Literatur und ihre literarhistorische Einordnung, auch im internationalen Kontext, werden zur Sprache kommen – im Vordergrund jedoch werden Überlegungen stehen, die sich mit voraussichtlichen Entwicklungen der Gesellschaft (Tendenzen der Migration, des Kulturbetriebs u.a.) sowie der in ihr produzierten und rezipierten Literatur befassen. Insgesamt soll das Symposium dazu führen, die Konturen und das Profil der «Chamisso-Literatur» genauer herauszuarbeiten.