Wechselausstellungen

Ausstellungsreihe: fluxus

AKTUELL

fluxus 25: Objekt digital. Friedrich Kittlers Speicher (bis 22. September 2013)

Fünf Rechner gehören zum Nachlass von Friedrich Kittler, dem 2011 gestorbenen berühmtesten deutschsprachigen Medienwissenschaftler. Ein kaum benutzter Rechner stand in seinem Büro, zwei aus seiner Berliner Wohnung werden zur Zeit für eine Edition seiner Schriften ausgewertet, zwei sind schon im Deutschen Literaturarchiv Marbach: Der eine hat keine Festplatte mehr und ist nur ein leeres Metallgehäuse, der zweite konnte noch zum Laufen gebracht und so auf eine virtuelle Maschine umkopiert werden.

Bislang wurden auf Friedrich Kittlers Speichern 1,7 Millionen Dateien, Programme und Quellcodes gefunden, abgelegt vom User »Ich«. Doch: Was geht beim virtuellen Kopieren verloren? Wie archiviert und liest man so etwas, wie kann man es verstehen und ausstellen? Sind Kittlers Rechner nur noch Träger von Benutzungsspuren, leere Gehäuse, aufgeladen allerhöchstens mit einer symbolischen Bedeutung oder auch nur mit biographischen Anekdoten? Verschwindet die lesbare Welt mit der Digitalisierung hinter einem Gebirge alphanumerischer Codes oder ist der Quellcode gar ein elementarer Schöpfungsakt, ein eigenes Werk? Videomitschnitt der Initialveranstaltung mit Peter Berz und Markus Krajewski.



Der kleinste Raum im LiMo wechselt mehrmals jährlich sein Gesicht: Persönliche Blicke auf die Literatur, provoziert durch Fundstücke oder eigens hergestellte Exponate. Bestandteil dieses Raums ist das gefilmte Gespräch mit externen Kuratoren: Schriftstellern wie Albert Ostermaier, Rainald Goetz und Günter Grass, Sibylle Lewitscharoff, Martin Mosebach und Heinrich Steinfest, Verlegern wie Klaus Wagenbach und Michael Klett, Literaturkritikern und -wissenschaftlern wie Sigrid Löffler und Hanns Zischler, aber auch Besuchern wie den Studenten der Internationalen Marbacher Sommerschule. fluxus-Archiv