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Arbeit an Begriffen. Zur Geschichte von Kontroversen in der Forschungsgruppe Poetik und Hermeneutik (1966 – 1984)

Das seit September 2010 von der DFG geförderte und von Petra Boden bearbeitete Projekt untersucht die begriffsgeschichtliche Arbeit innerhalb der Forschungsgruppe POETIK UND HERMENEUTIK, die als interdisziplinärer Dialog organisiert war und eine neue Form geisteswissenschaftlicher Praxis einführen wollte. Ergebnisse dieser Arbeit liegen in siebzehn zwischen 1963 und 1998 publizierten, weithin beachteten Bänden vor. Wegen ihrer Fächer übergreifenden und die internationale Diskussion einbeziehenden Arbeit wird der Forschungsgruppe ein maßgeblicher Anteil an der Modernisierung der Geisteswissenschaften in Deutschland in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts zugeschrieben. Das Projekt untersucht die Voraussetzungen, Formen und Wirkungen der begriffsgeschichtlich orientierten wissenschaftlichen Praxis von POETIK UND HERMENEUTIK, um diese communis opinio anhand unpublizierten Archivmaterials, das umfangreich am DLA aufbewahrt wird, auf ihre Validität und Geltungsgrenzen zu überprüfen. Das allgemeine Ansehen der Forschungsgruppe wird so in eine differenzierte Darstellung ihrer Geschichte überführt. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Tatsache, dass sich die Institutionalisierung des interdisziplinären Profils von POETIK UND HERMENEUTIK an der Universität Konstanz im Horizont der bundesdeutschen Hochschulreformen vollzogen hat, die in der Mehrzahl der Fälle zu Strukturentscheidungen führten, mit denen die traditionellen Fächergrenzen aufrecht erhalten blieben.