Cotta-Archiv (Stiftung der Stuttgarter Zeitung)

Das Cotta-Archiv bewahrt die Registraturen der J. G. Cotta'schen Buchhandlung - u. a. des Hausverlags von Schiller, Goethe, Alexander von Humboldt, Jean Paul - und ihrer Münchner Filiale Literarisch-artistische Anstalt samt den Registraturen der von Cotta gekauften Berliner Verlage Liebeskind und Hertz. Das Cotta-Archiv ist das bedeutendste und besterschlossene Verlagsarchiv des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Ingesamt stellt es einen einzigartigen Bestand zur klassischen deutschen »Nationalliteratur« wie zu den verschiedensten Disziplinen der allgemein- und kulturgeschichtlichen Forschung (Publizistik, Technik-, Kunst- und Wissenschaftsgeschichte) dar.

Die »Cotta'sche Handschriftensammlung« wurde 1952 dem Schiller- Nationalmuseum von der Stuttgarter Zeitung als Depositum übergeben und 1961, nachdem sie 1954 wieder aus Mitteln der Stuttgarter Zeitung um die Archivbibliothek ergänzt worden war, als Stiftung  überlassen. Mit den außerordentlich reichen Beständen z. B. zu Goethe, Kleist, Jean Paul, Heine, Fontane, Sudermann oder Paul Heyse öffnete das Cotta-Archiv das vormals »schwäbische« Sammelprofil des Schiller-Nationalmuseums auf die deutsche Nationalliteratur des 19. Jahrhunderts hin und gab damit den Anstoss zur Gründung des Deutschen Literaturarchivs im Jahr 1955.

Als sozialgeschichtlicher Fundus repräsentiert der Bestand das Sammelprinzip des Deutschen Literaturarchivs, alle Dimensionen des »literarischen Lebens« in aussagekräftigen Ensembles und Einzelstücken zu dokumentieren. Als »Nachlass« eines Universalverlags bietet das Cotta-Archiv überdies einen Aufriss des gesamten »literarischen Systems« des 19. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der kulturellen, zivilisatorischen und politischen Gesamtentwicklung, wobei es das ungemein dichte Geflecht  persönlicher, geschäftlicher, auch verwandtschaftlicher Beziehungen, das im 19. Jahrhundert die Sphären der Politik, der Wissenschaften und der Literatur untereinander verbunden hat, abbildet.