Direktion
Forschung/AEGG
6. Internationale Marbacher Sommerschule
Literatur – Markt – Macht
6. Internationale Marbacher Sommerschule
21. Juli bis 9. August 2013
Was weiß Literatur über Ökonomie und Macht? Welchen Ökonomien und welchen Politiken folgt die Literatur? Und welchen Marktgesetzen ist ein Werk unterworfen, welche Gesetze der Macht kennt es? Die 6. internationale Marbacher Sommerschule fragt nach den Schnittstellen von Wirtschaft und Politik, Philologe und Poetik und gegenseitigen Übertragungen, nach narrativen Strategien und poetischen Verausgabungsökonomien ebenso wie nach dem ästhetischen Potential einer fiktionalen Finanzwirtschaft und Politik – von Goethes „Faust II“ bis zu Martin Walsers „Angstblüte“, von Cotta zu Suhrkamp und von Wilhelm Scherer zu Hans Blumenberg. In den Nachlässen, Sammlungen und Autorenbibliotheken des Deutschen Literaturarchivs finden sich nicht nur literarische Zeugnisse und Dokumente der Verlags- und Buchmarktgeschichte, sondern auch zahlreiche Spuren ökonomischer und politischer Denker wie etwa Max Haushofer, Carl Menger, Georg Simmel oder Werner Sombart.
Die traditionsreiche Marbacher Sommerschule greift die Problemstellungen gegenwärtiger Forschung auf – und konfrontiert sie mit dem Archiv, der Bibliothek, dem Museum, mit Formen der Sammlung, Kategorisierung, Interpretation und Inszenierung von einzigartigen historischen Zeugnissen und Objekten. Die Stipendiaten erproben im Rahmen der formulierten Projekte Heuristiken des Archivs, Prozesse des Suchens, Findens und Auswählens. Ausführliche Auskunft über die Bestände in Archiv und Bibliothek bietet der OPAC Kallías.
Die Internationale Marbacher Sommerschule ist ein gemeinsames Projekt des Deutschen Literaturarchivs Marbach, der Universität Stuttgart und der University of Pennsylvania, Philadelphia, USA.
Bewerbung
20 internationale Stipendiaten arbeiten mit internationalen Dozentinnen und Dozenten auf dem Marbacher Campus. Bewerben können sich Doktorandinnen und Doktoranden der literatur- und kulturwissenschaftlichen Fächer. Das Thema der Dissertation kann, aber muss nicht in einem unmittelbaren Zusammenhang zum Sommerschulthema stehen. In jedem Fall sollte aus den Bewerbungsunterlagen hervorgehen, warum die Teilnahme an der Sommerschule und der Aufenthalt im Archiv für die Arbeit an der Dissertation gewinnbringend wären. Explizit zur Erwerbung ermutigt werden Doktorandinnen und Doktoranden aus Schwellenländern. Die Bewerbung enthält
1. Formblatt
2. Anschreiben mit kurzer Begründung der Bewerbung
(thematische Bezüge und relevante Archivbestände, max. 2 Seiten)
3. Lebenslauf
4. Kopie des Examenszeugnisses
5. Kurze Darstellung des Dissertationsprojekts (max. 5 Seiten)
6. Universitäres Empfehlungsschreiben
Bewerbungsfristen
Bewerbungen per Post oder E-Mail (bitte in einer PDF-Datei) bis zum 14. April 2013:
Deutsches Literaturarchiv Marbach
Kennwort: Sommerschule
Schillerhöhe 8-10
D-71672 Marbach am Neckar
Deutschland
Kontakt: forschung(at)dla-marbach.de
Ein Rechtsanspruch auf Teilnahme besteht nicht.
Unterbringung/Reisekosten
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden im Collegienhaus des DLA Marbach kostenfrei untergebracht.
Die Reisekosten werden nach den Pauschalen des DAAD erstattet.
Teilnehmerbeitrag
Für Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Westeuropa und Nordamerika wird ein Teilnehmerbeitrag in Höhe von 300,- Euro erhoben.
Leitung
Prof. Dr. Liliane Weissberg, University of Pennsylvania, Philadelphia
Prof. Dr. Sandra Richter, Universität Stuttgart
Prof. Dr. Andrea Albrecht, Universität Stuttgart
Anna Kinder, Deutsches Literaturarchiv Marbach
Programm, Dozentinnen und Dozenten
Details zum genauen Programm und zu den internationalen Dozentinnen und Dozenten folgen in Kürze.
Literarischer Autor
Ulrich Peltzer
Lesung und Seminar
Konzept
Anna Kinder – Forschungskoordination Suhrkamp, Deutsches Literaturarchiv Marbach – E-Mail: anna.kinder(at)dla-marbach.de
Presse
Alexa Hennemann – Pressesprecherin – Deutsches Literaturarchiv Marbach – E-Mail: presse(at)dla-marbach.de
Organisation
Birgit Wollgarten – Tel.: 07144 - 848 - 175 – Fax.: 07144 - 848 - 191 – E-Mail: wollg(at)dla-marbach.de
Auswahlbibliographie
Blaschke, Bernd: Der homo oeconomicus und sein Kredit bei Musil, Joyce, Svevo, Unamuno und Céline. München: Fink 2004.
Fulda, Daniel: Schau-Spiele des Geldes: die Komödie und die Entstehung der Marktgesellschaft von Shakespeare bis Lessing. Tübingen 2005.
Gernalzick, Nadja: Kredit und Kultur : Ökonomie- und Geldbegriff bei Jacques Derrida und in der amerikanischen Literaturtheorie der Postmoderne. Heidelberg 2000.
Hempel, Dirk [et al.] (Hg.): „Denn wovon lebt der Mensch?“: Literatur und Wirtschaft. Frankfurt/Main [u.a.] 2009.
Hierholzer, Vera / Richter, Sandra (Hg.): Goethe und das Geld. Der Dichter und die moderne Wirtschaft. Frankfurt am Main: Frankfurter Goethehaus 2012.
Kinder, Anna: Geldströme. Ökonomie im Romanwerk Thomas Manns. Berlin / Boston: De Gruyter 2013.
Mein, Georg (Hg.): Tauschprozesse: kulturwissenschaftliche Verhandlungen des Ökonomischen. Bielefeld 2005.
Richter, Sandra: Mensch und Markt. Warum wir den Wettbewerb fürchten und ihn trotzdem brauchen. Hamburg: Murmann 2012.
Richter, Sandra: Wirtschaftliches Wissen in der Literatur um 1900 und die Tragfähigkeit ökonomischer Interpretationsansätze. In: Köppe, Tilmann (Hg.): Literatur und Wissen. Theoretisch-methodische Zugänge. Berlin / New York: De Gruyter 2011 (linguae & litterae 4), S. 214–238.
Schößler, Franziska: Börsenfieber und Kaufrausch: Ökonomie, Judentum und Weiblichkeit bei Theodor Fontane, Heinrich Mann, Thomas Mann, Arthur Schnitzler und Émile Zola. Bielefeld: Aisthesis 2009.
Vogl, Joseph: Kalkül und Leidenschaft: Poetik des ökonomischen Menschen. München 2002.
Wegmann, Thomas: Tauschverhältnisse: zur Ökonomie des Literarischen und zum Ökonomischen in der Literatur von Gellert bis Goethe. Würzburg 2002.
