Stimmen und Impressionen

»Während es bei der bildenden Kunst nie die Frage ist, dass ihre Werke im Museum ausgestellt werden, ist das bei der Literatur längst nicht so. Manuskripte, Autographen und Briefe kann man nicht kommentarlos an die Wand hängen. Wer einmal im sakralen Halbdunkel des Deutschen Literaturarchivs in Marbach entlang der gläsernen Schaukästen gewandelt ist, weiß, welcher Zauber von einem Kafka-Manuskript oder einem der blassblauen Rilke-Briefe ausgeht. Sie erzählen viel mehr als der reine Text.« Frankfurter Allgemeine Zeitung (Sandra Kegel)

»Die Ausstellungen im 2006 eröffneten Literaturmuseum der Moderne sind in ihrer Präsentation so unprätentiös wie in ihrer Ideen- und Literaturgeschichte verbindenden Konzeption brillant.« Die Welt (Jan Küveler)

»... das von David Chipperfield entworfene Literaturmuseum der Moderne, dessen Kürzel LiMo, angelehnt an MoMa, keinen bescheidenen Anspruch signalisiert - und diesem durchaus gerecht wird. ... Man steigt ... vom Hellen ins Dunkle, verabschiedet sich Schritt für Schritt von jeder Alltäglichkeit. Wohltuende Stille und notwendige Kühle herrschen hier, ein Temperatureindruck, den man jedoch im Nu vergisst. Denn raffiniert illuminierte Glaskästen ziehgen den Besucher sofort in ihren Bann. Wie aus anderen Sphären blitzen die kleinen und großen, die marginalen und die epochalen Relikte der Literaturgeschichte auf.« Merian 12/2011: Baden-Württemberg (Rainer Moritz)

»Wenn ich in diesem Land schon nicht der Frau meines Lebens begegnet bin, so immerhin doch dem Museum meines Lebens.« Heinrich Steinfest (Stuttgart)

»Gewiss, hier finden sich immer noch dieselben Gegenstände, die man in jeder beliebigen Ausstellung zu Leben und Werk eines Schriftstellers finden könnte: das Manuskript zum Gedicht 'Ach, das Erhabene' von Gottfried Benn, auf der Rückseite einer Speisekarte notiert, den Führerschein von Hans Blumenberg mit einer der beiden Fotografien, die es von diesem Philosophen gibt, einen Brief von Thomas Gottschalk an Marcel Reich-Ranicki. Und doch - dieser Raum, dieses Glas, dieses Licht verändern jedes einzelne dieser Objekte. Sie sind nicht mehr Illustrationen einer anderswo, außerhalb der Ausstellung, im literarischen Werk und dessen Rezeption, vorhandenen Bedeutung. Sie sind diese Bedeutung selbst. ... Ein so spektakuläres Literaturmuseum gibt es nur in Marbach. Es ist beides zugleich: höchster Anspruch auf Geltung von Literatur und erste Beschränkung der schieren Masse des Überlieferten zugleich«. Süddeutsche Zeitung (Thomas Steinfeld)

»Das LiMo in Marbach ist ein lebendiger Beweis dafür, dass man Literatur ausstellen kann. Jedenfalls, wenn man ein überzeugendes Konzept hat.« Deutschlandradio Kultur (Roland Krüger)

»Ein Besuch in Marbach ist ein Lehrgang im Hinhören auf das, was aus dem Dunkeln spricht. … In Marbach, und das macht die Ausstellung zum Ereignis, verschmelzen Ausdruck und Abdruck, versöhnen sich Leben und Text.« Die Zeit (Ulrich Greiner)

Das Literaturarchiv Marbach zeigt in den letzten Jahren beispielhaft, wie es gelingen kann, die Aura literarischer Artefakte zu inszenieren und zu vermitteln.« Frankfurter Allgemeine Zeitung (Thomas Hettche)

»Das Literaturmuseum der Moderne ist ein wirklich inspirierender Ort. Keine Ausstellung von Quasi-Heiligtümern, sondern das aufregende unterirdische Land für Entdeckungsreisen durch die Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts.« Günter Figal (Freiburg)

»Die Exponate gewinnen ihre Lebendigkeit … weil sie für sich sprechen und hier für sich sprechen dürfen.« Jörg Drews (Bielefeld)

»Durch die Auswahl der Objekte und deren Präsentation wird aber auch dem sogenannten Laienpublikum auf eine sympathische Weise verständlich, was an der Literatur an sich und an ihren Vertretern interessant sein kann. Die große Leistung dieses Museums besteht darin, dass an der Literatur das sichtbar gemacht wird, was an ihr sichtbar gemacht werden kann.« Wendelin Schmidt-Dengler (Wien)

»Ich war absolut fasziniert nicht nur von der Museumsarchitektur, sondern auch und vor allem von der Art, wie diese genutzt worden war, um Bestände des Literaturarchivs in einer Ausstellung zu präsentieren: das ist eine Aufgabe, die eigentlich kaum zu lösen ist, denn ein Archiv (zumal ein Literatur-Archiv!) ist eben kein Museum. Und trotzdem war es gelungen: der Betrachter wird in ein Glitzer-Zauber-Kabinett hinein gelockt, in dem jedes Objekt den Einstieg in eine eigene Welt vermittelt; ich hatte das Gefühl, dass ich Tage und Wochen in diesem Raum hätte verbringen können. Luca Giuliani (Berlin)

»Dieses strenge Konzept entwickelt erstaunlichen Charme. Es kann zu einer großartigen Abenteuerreise einladen. … Ein solches Museum allein für die Arbeit der Schriftsteller des 20. Jahrhunderts gibt es nicht noch einmal auf der Welt. Es ist so etwas wie ein Schaufenster ins Herz der Literatur«. Die Welt (Uwe Wittstock)

»Herzlichen Dank für den wunderbaren Aufenthalt unsrer 6. Klasse im LiMo! Die Schüler haben sich nur positiv geäußert über den Besuch und das Seminar. Sie waren alle begeistert – wir Lehrerinnen übrigens auch«. Ulrike Späth (Tübingen)

»In den USA, das ist sicher, gibt es ein solches Museum nicht. Weil man die Ausgaben scheut? Weil die Literatur in der amerikanischen Mediengesellschaft einen anderen Stellenwert hat? Vielleicht. Wahrscheinlicher ist, dass dieser Sprung von einer kuratorischen Kennerschaft zu einer literatur- und archivwissenschaftlich aufgeklärten Ausstellungspraxis noch nicht gelungen ist. Man wird sehen, ob das so bleibt. Erst einmal hat Marbach in dieser schönen Konkurrenz die Nase vorn«. Nikolaus Wegmann (Princeton)

»Eine Bahnfahrkarte nach Marbach ist von nun an jedenfalls ganz bestimmt keine traurige Angelegenheit mehr. Wer in die Dunkelkammern des Literarischen vordringen will, muss da jetzt hin. … Es ist ein großes Plädoyer für den Rest, für den ›Aufstand des Sekundären‹«. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (Julia Encke)

»Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie sehr ich von dem Museum beeindruckt war! … Die neue Ausstellung ist offen, transparent und für Überraschungen bereit. Selbst Besucher, die einige der Autoren und/oder Objekte bereits gut kennen, müssen durch die Zusammenstellung angeregt sein. Überhaupt war ich nicht nur von der Ausstellungspraxis der Dauerausstellung überzeugt, sondern auch von der Art, dem Leser und Betrachter zu begegnen. Ausstellungen können neugierig machen und unterrichten, und diese tut beides im idealen Sinn.« Liliane Weissberg (Pennsylvania)

»Das neue Museum, das sich durchaus angemessen, zurückhaltend und doch akzentvoll präsentiert, ist aufgefallen durch lebendige Tätigkeiten, durch intellligente, eben auch im richtigen Masse das Übliche verlassende und deshalb umso mehr anregende Präsentation.« Werner Oechslin (Zürich)

»Die Ausstellung bietet genug Anekdotisches, so dass auch der weniger Vertraute für sich einen Einstieg findet. … Aus [meiner Ausstellungs-]Erfahrung heraus kann ich sagen, dass die Marbacher Dauerausstellung moderner Literatur einen mutigen Schritt gemacht hat, die neuen technologischen Möglichkeiten zu nutzen und damit die Möglichkeiten des Besuchers sich aktiv an der Rezeption zu beteiligen erhöht hat.« Günter Österle (Gießen)

»Wenn Marbach heute einen hervorragenden internationalen Ruf pflegen kann und es Besucher aus aller Welt zur Literatur zieht, dann nicht nur wegen Friedrich Schiller, sondern wegen dieses neuen Highlights der Museumslandschaft. Im LiMo locken ausgewählte Stücke der letzten 120 Jahre aus dem Handschriften- und Nachlassbestand des Literaturarchivs. So authentisch und sinnlich wie möglich das gelebte Leben, die physischen Spuren der Literatur sichtbar zu machen, ist das hier leitende Konzept«. taz (Christel Burghoff)

»Die in diesem Museum realisierte Interferenz von digitalen Medien und unmittelbarer Objekterfahrung, von Archiv und Exposition, von Raum und Arrangement hat der Literaturausstellung in Deutschland insgesamt neue Möglichkeiten aufzeigt und sie als wichtigen Faktor literarischer Kommunikation auch in den neuen Medienwelten eindrucksvoll bestätigt.« Peter Seibert  (Wort-Räume, Zeichen-Wechsel, Augen-Poesie. Zur Theorie und Praxis von Literaturausstellungen, hrsg. von Anne Bohnenkamp und Sonja Vandenrath, Göttingen 2011.)

»Ebenso innovativ [wie im SNM] gelang das Museumskonzept ... mit seinen langen Reihen paralleler Vitrinen von verwirrender Materialfülle. Die Logik dieser ›Probebohrungen‹ durch ausgewählte Archivmaterialien ... erschließt sich rasch. ... Bei dieser Überfülle des Leseangebots gibt es nur zwei Alternativen: die Zeit zu vergessen oder aber überfordert aus dieser Wunderkammer zu flüchten. Letzteres wäre allzu schade, aber die schöne Terrasse über dem Neckar oder ein kleiner Spaziergang lassen ja vielleicht neue Kraft schöpfen für einen zweiten Anlauf.« Volker Gebhardt (in: Lies und höre. Orte der Dichtung und Musik, München 2010.)