Blick ins LiMo

Das lichtdurchflutete Foyer ist geprägt vom klaren Spiel der Materialien: Sichtbeton und Muschelkalk, tropisches Ipé-Holz (das später in den Ausstellungsräumen wieder begegnet) und Glas. Im Berthold-Leibinger-Auditorium stimmt ein Film auf die Ausstellungen ein. Eine Treppe führt hinab ins untere Foyer zum Poesieautomat von Hans Magnus Enzensberger und zum Ausstellungsbereich.

Im größten Dauerausstellungsraum sind Manuskripte, Bücher und Zeugnisse des Lebens aus den umfangreichen Beständen des Deutschen Literaturarchivs Marbach ausgestellt. nexus wie Verbindung und Verflechtung. Das, was vom 20. und 21. Jahrhundert, von der Literatur wie von den Menschen, den Schreibern und Lesern, übrig geblieben ist. Eine quer durchs Archiv gelegte, streng chronometrisch von 1900 bis in die Gegenwart geführte Probebohrung, deren Fundstücke sich zu verschiedenen Wegen ordnen und in ganz unterschiedliche Zusammenhänge stellen lassen. Eine Schausammlung mit den großen wie den vergessenen Namen der Moderne, sortiert in die Körper der Literatur – Manuskripte und Bücher – und die Relikte ihrer Autoren – Briefe, Dokumente, Erinnerungsstücke, Fotos und anderes. nexus wird alle sechs Monate aktualisiert: Seitenwechsel im LiMo.

Im Nachbarraum können Besucher Buchstaben angeln, Texte sehen, lesen und hören: Ein Spiel zur Machart von literarischen Texten. stilus - mit was man schreibt und wie man schreibt. Ein alphabetisches Glücksspiel, bei dem man aus dem Meer der Buchstaben schöne, berühmte und unbekannte Stellen der modernen Literatur herausfischen kann und etwas erfährt über die Kunstgriffe, denen sie ihre Eigenarten verdanken. stilus wird regelmäßig um neue Texte erweitert, so dass die Besucher aus inzwischen über 120 Texten wählen können.

Der kleinste Ausstellungsraum des LiMo gehört der Gegenwart. fluxus wie der Fluss, in den man nie mehrmals steigen kann, ohne dass er sich verändert hat. Er wechselt mehrmals jährlich sein Gesicht: Persönliche Blicke auf die Literatur, provoziert durch Fundstücke oder eigens hergestellte Exponate. Bestandteil dieses Raums ist das gefilmte Gespräch mit externen Kuratoren: Lyrikern und Dramatikern wie Albert Ostermaier, Romanautoren wie Sibylle Lewitscharoff, Rainald Goetz, Martin Mosebach und Heinrich Steinfest, Verlegern wie Klaus Wagenbach und Literaturkritikern wie Sigrid Löffler. Programm

Der multimediale Museumsführer M 3 ist der Schlüssel zur Dauerausstellung: Lese- und Schauhilfe, Kommentator, Steuergerät und Audioguide in einem. Mit ihm können Besucher in nexus Kommentare, Fotos, Transkriptionen und unterschiedliche Führungen zu den über 1.300 Exponaten abrufen, in stilus literarische Texte decodieren und in den Tageslichträumen nach Exponaten, Autoren, Jahren und möglichen Verknüpfungs- und Erschließungswegen (Schalgwortverzeichnis) suchen so wie ihren Gang durch die Ausstellung verfolgen und vertiefen.