Wandernde Schatten. W.G. Sebalds Unterwelt

26. September 2008 bis 1. Februar 2009

Der Autor W.G. Sebald starb im Jahr 2001. Kaum ein deutschsprachiger Autor hat sich in der Literaturgeschichte der jüngsten Zeit so schnell seinen Platz erobert wie er. Er wird gelesen und, was sich nicht immer verträgt, erforscht. Worin liegt seine Faszination? Was verrät sein Marbacher Nachlass über ihn?
Die Ausstellung, in deren Mittelpunkt Sebalds Hauptwerke von »Schwindel.Gefühle« bis »Austerlitz« stehen, führt beide Fragen zusammen. Die Qualität seiner Bücher wird deutlich durch die Eigenheiten seines Nachlasses, der durch den Prozess des Schreibens und Weiterschreibens, des Lesens konstituiert wird. Letztlich ist dieser Nachlass der Nachlass von Sebalds erfundenen Gestalten: Sie besitzen ein Vor- und Nachleben unabhängig von ihrem Autor, der nur ein Konzentrationspunkt, ein Kondensator, Transformator von vielen ist. Er zieht sich in sein Werk zurück, bringt sich zum Verschwinden, führt das Leben der Anderen. Es gibt keinen Unterschied zwischen realen und fiktiven Elementen. Das Wahre wird Traum, das Geträumte wahr. Die Realien des Vor- und Nachlebens der fiktiven Figuren werden über das Schreiben in das fertige Buch hineinverwoben und führen ein Leben nach dem Buch: Die Leser schreiben daran weiter.

Kuratoren: Heike Gfrereis und Ellen Strittmatter.
Gestaltung: space4 (Architektur), Diethard Keppler und Stefan Schmid (Grafik).

Stimmen und Bilder

Pressemitteilung

Die Ausstellung wird von einem Marbacher Katalog begleitet (MK 62, mit Texten von Ulrich von Bülow, Kurt W. Forster, Heike Gfrereis, Ben Hutchinson, Michael Niehaus und Ellen Strittmatter und unveröffentlichter Prosa von W.G. Sebald.