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Ab 18. Februar: fluxus 24: »du sagst ja immer, wir sind ein Gespräch«. Vorlassbesichtigung bei Tankred Dorst und Ursula Ehler (bis 2. Juni 2013)

Zum ersten Mal haben sich das Archiv und zwei seiner ›Vorlasser‹ über die Schulter schauen lassen – Annäherung an eine große Schreibgemeinschaft: Die Theaterstücke von Tankred Dorst, der zu den meistgespielten deutschsprachigen Gegenwartsautoren gehört, entstehen seit vierzig Jahren im Dialog mit seiner Frau.
Die beiden sammeln ihre Ideen und Projekte in einem riesigen alten Apothekerschrank und schreiben an Tischchen im Café, auf Reisen, zu Hause – nahezu immer in hohe, schmale Hefte. Sie sind die Bühne, auf der die Figuren ihrer Stücke in die Welt und auch in ihr herum kommen. »Man schreibt ja nicht Sätze, sondern Menschen.« Und sie sind eine Schule des Theaters: »Dieses schmale Hochformat bringt uns dazu, kurze, präzise Dialoge zu machen. Ganz anders als ein breites Blatt, bilde ich mir ein. Theatersätze müssen kurz und prägnant sein.« In Anderer Anfang schaut ein Regisseur einem Dichter über die Schultern:

Was schreiben Sie denn da?
Ich weiß es noch nicht.
Es sieht nach Dialog aus.
So?
Jemand sagt etwas, jemand antwortet.
So scheint es.
Ein Drama! Wie heißt es?
Ich weiß es nicht.
Warum schreiben Sie es dann?
Wer schriebe es sonst?
Es gibt doch genug Autoren, die Stücke schreiben.
Aber nicht dieses!
Dann eben ein anderes.
(Der Dichter schweigt gekränkt).
Wovon handelt Ihr Stück?
Das weiß ich noch nicht.

Zur Ausstellunseröffnung am 18. Februar sprechen Tankred Dorst, Peter Stoltzenberg und Jossi Wieler mit Peter von Becker. Elisabeth Schwarz liest. Kartenreservierung


Der kleinste Raum im LiMo wechselt mehrmals jährlich sein Gesicht: Persönliche Blicke auf die Literatur, provoziert durch Fundstücke oder eigens hergestellte Exponate. Bestandteil dieses Raums ist das gefilmte Gespräch mit externen Kuratoren: Schriftstellern wie Albert Ostermaier, Rainald Goetz und Günter Grass, Sibylle Lewitscharoff, Martin Mosebach und Heinrich Steinfest, Verlegern wie Klaus Wagenbach und Michael Klett, Literaturkritikern und -wissenschaftlern wie Sigrid Löffler und Hanns Zischler, aber auch Besuchern wie den Studenten der Internationalen Marbacher Sommerschule. fluxus-Archiv