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Veranstaltungsreihe: Zeitkapsel

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»Time capsules« – Zeitkapseln – nannte Andy Warhol seine Pappschachteln, in denen er Dinge für die Nachwelt sammelte und verschloss. Besucher des Deutschen Literaturarchivs Marbach können in der Veranstaltungsreihe »Zeitkapsel« miterleben, wie verborgene Schätze aus Schriftsteller- und Gelehrtennachlässen ans Licht geholt werden.

EXTRA-ZEITKAPSEL zum 50. Todestag. Hermann Hesse und sein Hut, verfolgt von Heike Gfrereis Sonntag, 1. Juli 2012, 11 Uhr. Januar 1912. Ein Mann mit Hut winkt skifahrend in Andermatt. Kein anderer Autor ist so viel fotografiert worden. Mehr als 2.000 Fotos gibt es in Marbach von ihm, dazu noch einmal 3.000 von Reisen und Freunden. Doch was hat man noch nie gesehen? Unter anderem wird Hesses »indisches« Fotoalbum zum ersten Mal vollständig aufgeblättert. Im Anschluss: LiMo-Führungen zu Hesse (um 12.30 Uhr, 14, 15 und 16 Uhr)

ZEITKAPSEL 30. Vergangene Gegenwart. Hermann Lenz und sein Lebensroman, aus den Verlagsarchiven gehoben von Jan Bürger und Erhard Eppler. Sonntag, 9. Juli, 15 Uhr. Hermann Lenz ist der große Erzähler des modernen Stuttgart. Kein zweiter Schriftsteller hat Württemberg im 20. Jahrhundert ein vergleichbares Denkmal gesetzt wie er mit seiner neunbändigen Romanfolge Vergangene Gegenwart. Welche Spuren hat er in den Unterlagen seiner wichtigsten Verlage hinterlassen, im Archiv der DVA und des Suhrkamp Verlags?

ZEITKAPSEL 29. Harakiri mit einem 1912er. Eugen Gottlob Winkler, aus dem Archiv geholt von Heike Gfrereis, Enite Giovanelli und Ellen Strittmatter / Montag, 30. April, 19.30 Uhr. Geboren am 1. Mai 1912, aufgewachsen in Stuttgart-Wangen, mit 24 aus dem Leben geschieden. Ein Werk, das als genial gilt, in einer Prosa, die messerscharf ist. Was bleibt von einem wie Eugen Gottlob Winkler im »unterirdischen Himmel der Dichter«? Zuvor zeigen ab 18 Uhr die Volontäre Johannes Kempf und Annika Christof das Literaturmuseum der Moderne als Wissensspeicher: "Forschen in der Walpurgisnacht".

ZEITKAPSEL 28. Stallwache im Archiv, gehalten von Ulrich Raulff und Jost Philipp Klenner / Mittwoch, 22. Februar 2012. Zum 60. Thronjubiläum der Queen erinnern Ulrich Raulff und Jost Philipp Klenner an den Besuch der hippophilen Königin in Marbach im Jahr 1965 und stehen vor der klassischen Frage: Where are the horses?

ZEITKAPSEL 27. Der Nachlass von Peter Hacks, gesichtet von Helmuth Mojem / 13. November 2011. »Habt ihr die Liebe nicht, / Ist schon was faul.« Peter Hacks hat wie kaum ein anderer deutschsprachiger Autor für alte Themen und Töne immer wieder neue Weisen gefunden. Wie ihm das gelungen ist? Helmuth Mojem öffnet die Werkstatt des bedeutenden Dramatikers und Essayisten. Im Anschluss daran bis 18 Uhr Tag der offenen Tür in den Museen mit halbstündlichen kostenlosen Führungen. Im Mittelpunkt: die Liebe.

ZEITKAPSEL 26. Literatur und Terrorismus. Bernward Vesper und Gudrun Ensslin, verbunden von Ulrich von Bülow, Felix Ensslin und Andreas Veiel / 28. September 2011. Der Schriftstellersohn Bernward Vesper und die Pfarrerstochter Gudrun Ensslin lernten sich 1966 beim Germanistikstudium in Tübingen kennen. Im April 1968 schließt sich Ensslin der RAF an, Vesper schreibt den Romanessay Die Reise. Über den Zusammenhang von Literatur und Terror diskutieren anhand von bisher unveröffentlichten Originaldokumenten der Sohn Felix Ensslin und Andreas Veiel, der Regisseur des Spielfilms Wer wenn nicht wir.

ZEITKAPSEL 25. Schicksalsmächte. Warburgs unvollendetes Projekt, entziffert von Claudia Wedepohl / 17. Mai 2011. Moderation: Ulrich Raulff. Aby Warburg hat sich ein Leben lang mit den Erinnerungszeichen magischer Kräfte beschäftigt. Claudia Wedepohl, Leiterin des Archivs im Londoner Warburg Institute und Mitherausgeberin seiner »Gesammelten Schriften«, gibt im Rahmen der Ausstellung Schicksal. Sieben mal sieben unhintergehbare Dinge Einblick in ein unveröffentlichtes Notizbuch mit dem Titel »Schicksalsmächte im Spiegel antikisierender Symbolik«, in dem Warburg in den Jahren 1923/24 die Wurzeln für sein unvollendetes Mnemosyne-Projekt legt.

ZEITKAPSEL 24. Sehnsuchtsort England: Der Briefwechsel der Aichinger-Zwillinge zwischen Wien und London, rekonstruiert von Mirjam Eich, Nikola Herweg und Ruth Nix / 3. März 2011. Anders als ihrer Zwillingsschwester Helga gelang Ilse Aichinger nicht die Flucht ins englische Exil. Sie lebte in der Nähe des Wiener Gestapo-Hauptquartiers, in ständiger Angst um sich und ihre Mutter, die sie bis zum Kriegsende verstecken konnte. Aichingers Tochter Mirjam Eich, ihre Nichte Ruth Nix und Nikola Herweg zeigen bislang unbekannte Dokumente aus dieser Zeit.

ZEITKAPSEL 23. Herrenrunde mit Panzerwagen, belauscht von Jan Bürger und Ulrich Raulff / 14. November 2010. Ein kaum bekanntes Kapitel aus dem Herbst 1977: Im Schatten des Terrors bat Helmut Schmidt Heinrich Böll, Siegfried Lenz, Max Frisch und Siegfried Unseld zu sich in den Kanzlerbungalow. Zur Veranstaltung erschien die Zeitschrift für Ideengeschichte 4 (2010) mit einem Kommentar von Jan Bürger.

ZEITKAPSEL 22. Rilkes Werkstatt, geöffnet von Gunilla Eschenbach und Heike Gfrereis / 29. September 2010. Die rund hundert Briefe an seinen Verlag, die sich mit bislang unbekannten Materialien im Siegfried Unseld Archiv fanden, geben Einblick in Rilkes kaum erforschte Arbeit am Text und an dem, worin er sich materialisiert: dem Buchkörper. Danach zeigt Ulrich von Bülow im Gespräch mit Joachim W. Storck eine Auswahl aus Rilkes Briefen an die Mutter.

ZEITKAPSEL 21. Das Unglück des begabten Kindes« – die Geschwister Hartlaub auf dem Weg zum Schreiben, begleitet von Jasmin Hambsch und Nikola Herweg / 9. Juni 2010. Eine Rekonstruktion der nicht nur glückliche Geschichte zweier Frühbegabter und ihres stolzen Vaters.

ZEITKAPSEL 20. Hans Blumenbergs Zettelkästen, entschlüsselt von Ulrich von Bülow und Dorit Krusche / 25. März 2010. Das Lebenswerk des Philosophen Hans Blumenberg wäre ohne seine Zettelkästen nicht entstanden: In ihren über 30.000 Karten offenbaren sich die Denkgeschichten seiner bekannten Werke und liegen die Quellen für seine ungeschriebenen. Zum Erschließungsprojekt

ZEITKAPSEL 19. Ein erschossener Nazi. Wie Schalom Ben Chorin die Geschichte David Frankfurters aufschrieb, ans Licht geholt von Jan Bürger und Andreas Heusler / 2. Dezember 2009. 1946 treffen sich zwei Männer in Jerusalem, die dem Holocaust entkommen konnten. Sie wollen gemeinsam ein Buch schreiben. David Frankfurter hat 1936 den Schweizer Naziführer Wilhelm Gustloff erschossen. Schalom Ben-Chorin ist Journalist und trägt seit der Emigration den Frieden im Vornamen. In seinem Nachlass finden sich unbekannte Spuren des wohl ersten Juden, der gegen die Nazis zur Waffe griff.

»Ein spannendes Kapitel deutsch-jüdischer Literaturgeschichte.« (Stuttgarter Zeitung)

ZEITKAPSEL 18. Fausts Freundin. Dorothea Hölscher-Lohmeyers Nachlass, erstmals gezeigt von Marcel Lepper und Ulrich Raulff / 24. September 2009. Die große alte Dame der Germanistik, Studentin von Max Kommerell und Ehefrau von Uvo Hölscher, hat die großen wie die dunklen Zeiten der deutschen Geisteswissenschaften miterlebt, die letzten Jahre der Literaturwissenschaft vor dem Krieg ebenso wie deren Neuanfang nach 45, ihre Aufstände und Burlesken 1968 und die Moden ihrer ewigen Widergänger: Goethe und Schiller, Hölderlin und Kleist.

ZEITKAPSEL 17. Lethe mit Schuss. Peter Rühmkorf und sein Nachlass, zum Leben erweckt von Jan Bürger, Joachim Kersten und Stephan Opitz / 26. Mai 2009. Mit Peter Rühmkorf starb im Sommer 2008 nicht nur einer der wichtigsten Lyriker der alten Bundesrepublik, sondern auch ihr tabulosester Chronist. Nun werden seine schriftlichen Hinterlassenschaften gesichert. In Kooperation mit der Arno Schmidt Stiftung, Bargfeld. Zum Erschließungsprojekt

»Rühmkorf muss einer gewesen sein, der Archivare zu Freunden machte.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

ZEITKAPSEL 16. Letzte Dinge aus Stockholm. Neues von Nelly Sachs, kommentiert von Ulrich von Bülow und Aris Fioretos / 18. Februar 2009. Nach ihrer Flucht aus Berlin im Mai 1940 lebte Nelly Sachs zurückgezogen in Stockholm. Ihre engste Vertraute war Rosi Wosk, eine ungarische Jüdin, die Auschwitz überlebt hatte. Aus ihrem Besitz kamen jetzt unbekannte Manuskripte und Dokumente nach Marbach.

ZEITKAPSEL 15. Sansibar, sonderbar. Alfred Andersch in Revision, vorgenommen von Jan Bürger und Nikola Herweg / 17. September 2008. Der Roman Sansibar oder der letzte Grund machte ihn vor 50 Jahren zum Weltautor. Nun ist nicht nur Anderschs letztes Manuskript aus dem Jahre 1980 wiederentdeckt worden; auch ein gewichtiges Buch mit Materialien und Studien zu seinem Gesamtwerk erschienen (Marcel Korolnik, Annette Korolnik-Andersch, Hrsg., Sansibar ist überall. Alfred Andersch, Edition text + kritik, München 2008).

ZEITKAPSEL 14. Der letzte Zeuge. Emil Orliks Paravent aus Oskar Loerkes Berliner Gartenlaube, aufgeklappt von Michael Davidis und Jochen Meyer / 31. Mai 2008. Seit Kriegsende war Orliks fast fünf Meter breites Gemälde verschollen. Nun ist der 1932 entstandene Paravent wiederentdeckt worden.

ZEITKAPSEL  13. 1.500 Reichsmark für ein Porträt. Rudolf G. Bindings Max Beckmann, beleuchtet von Frank Druffner und Helmuth Mojem / 26. März 2008. »Wir haben einander nicht gelangweilt«, bedankt sich 1935 der »völkische« Schriftsteller Rudolf G. Binding bei dem als »entartet« diffamierten Maler Max Beckmann für eine Porträtsitzung, die Folgen hatte: Ein bislang unbekanntes Gemälde von Max Beckmann gehört zu Bindings Nachlass. Veröffentlicht im Jahrbuch der Deutschen Schillergesellschaft 2009: Frank Druffner, Das Porträt eines Herrenreiters. Max Beckmann malt Rudolf G. Binding.

ZEITKAPSEL 12. Mommsens Muse, vorgestellt von Reinhard Laube und Stefan Rebenich / 19. Oktober 2007. Klio dichtet: Für seine Römische Geschichte erhielt der Historiker Theodor Mommsen den Literaturnobelpreis. Nicht nur seine familiären Dokumente liegen im Deutschen Literaturarchiv, sondern sein ganzer literarisch-philologischer Haushalt.

ZEITKAPSEL 11. Wortkunst, radikal. Der Nachlass von Oskar Pastior, geordnet von Jan Bürger und Klaus Ramm / 12. September 2007. Pastior gehört zu den radikalsten Wortkünstlern der Gegenwart, radikal im ästhetischen Sinn: Er brach für die Physik der Worte einen Stab und lotete den Reichtum aus, den das strenge System ihrer Kunst zu schenken vermag. Ebenso konsequent ging er mit seinen Manuskripten, Büchern und persönlichen Papieren um, die nach seinem Tod im Oktober 2006 nach Marbach gebracht wurden.

ZEITKAPSEL 10. Die paar leuchtenden Jahre, eingefangen von Gunilla Eschenbach und Gisela Zoch-Westphal / 30. Mai 2007. Zwischen Laufmaschen und Künstlercafés war der Lyrikerin Mascha Kaléko kaum etwas fremd. Was gibt ihr Nachlass davon preis? Die Schauspielerin und Kaléko-Biografin Gisela Zoch-Westphal und Gunilla Eschenbach bringen Licht in ihren Nachlass. Zu Mascha Kalékos 100. Geburtstag.

ZEITKAPSEL 9. Inventur. Eichs Hinterlassenschaften, gesichtet von Jan Bürger / 1. Februar 2007. »In Saloniki / weiß ich einen, der mich liest, / und in Bad Nauheim. / Das sind schon zwei«. Günter Eichs Verwandlung vom romantisierenden Naturmystiker der dreißiger Jahre zum melancholischen Epigrammatiker der Nachkriegszeit spiegelt sich in seinen Briefen und Aufzeichnungen wider, die seit 2005 vollständig in Marbach liegen.

ZEITKAPSEL 8. Das Musel und der Meister. Friedrich Gundolf und Elisabeth Salomon in ihrem Briefwechsel, gezeigt und gelesen von Sonja Schön und Ulrich Raulff / 13. Dezember 2006. An Ostern 2006 kam ein Koffer aus Amerika ins Archiv, der eine irrsinnige Geschichte der Liebe und des Schmerzes von ihrem Beginn im Sommer 1914 bis zum Tod des Geliebten im Sommer 1931 bewahrt hat. Eine Liebe im Netz anderer Lieben – im Rücken die Zeitläufte vom Ersten Weltkrieg bis zum Ende der Weimarer Republik, über sich den George-Kreis und die Macht des Meisters. Zum Editionsprojekt

ZEITKAPSEL 7. Die Insel im Schrank. Hilde Domin und Erwin Walter Palm in der Dominkanischen Republik, reimportiert von Jan Bürger und Frank Druffner / 26. Juli 2006. In der Dominikanischen Republik begann Hilde Palm zu dichten – als Hilde Domin wurde sie weltberühmt. Am 22. Februar ist sie gestorben und hinterließ in ihrer Heidelberger Wohnung einen Schrank voller Briefe aus dem Exil, die sie mit ihrem Mann, dem Archäologen und Kunsthistoriker Erwin Walter Palm, gewechselt hat. Die Briefe wurden 2008 im S. Fischer Verlag veröffentlicht: Jan Bürger und Frank Druffner (Hrsg.); Die Liebe im Exil: Briefe an Erwin Walter Palm aus den Jahren 1931-1959. Zum Erschließungsprojekt

»Der Gleichklang von Bibliothekars- mit berauschenden Entdeckerfreuden, die Zeit als Mohnkapsel, die aufbricht und ihr sinnlich-süßes Aroma ausströmt.« (Frankfurter Neue Presse)

ZEITKAPSEL 6. Spracharbeit mit Schmidt, erkundet von Christoph Penshorn mit Martin Hielscher, Reinhard Jirgl und Herta Müller / 12. Mai 2006. Moderation: Jan Bürger. In Marbach liegt der Nachlass von Schmidts Lektor Ernst Krawehl. Christoph Penshorn spricht mit Martin Hielscher, Lektor im C.H. BeckVerlag, über die unsichtbaren Gehilfen und ersten Kritiker der Dichter. Ihr Verhältnis zu Lektoren stellen die Schriftsteller Reinhard Jirgl und Georg Klein in den Mittelpunkt ihres Werkstattgesprächs.

ZEITKAPSEL 5. Rilkes Duineser Briefmappe, aufgeschlagen von Ulrich von Bülow /15. März 2006. Moderation: Ulrich Raulff. 1911/12 war Rainer Maria Rilke Gast auf Schloss Duino, wo er die ersten seiner berühmten Duineser Elegien schrieb. Bei seiner Abreise blieben einige Briefe an ihn zurück, die vor kurzem nach Marbach gelangten: Überraschende Einblicke in Rilkes Alltag und unbekannte Nachrichten aus seinem Freundeskreis, u. a. von Auguste Rodin. Veröffentlicht im Jahrbuch der Deutschen Schillergesellschaft 2007: Ulrich von Bülow, Rilkes Duineser Briefmappe.

ZEITKAPSEL 4. Max Benses Marbacher Denkmaschinen, auf Einladung von Heike Gfrereis in Gang gesetzt von Harry Walter / 6. Dezember 2005. Ob in Tafelaufschrieben oder Notizbüchern – Zeich(n)en und Denken sind zumindest in Benses Marbacher Nachlass nicht getrennt zu haben. Strukturbäume, Vektorpfeile und Koordinatensysteme überlagern die Handschrift. Sie programmieren auf eigentümliche Weise eine besondere, eine schöne Oberfläche mit überraschenden Tiefen. Harry Walter, Autor und Künstler aus Stuttgart, schärft den Blick für beides. Mehr

ZEITKAPSEL 3. Michael Endes Marbacher Kästen, ausgepackt  von seinen Lesern, gefilmt von Heike Gfrereis und Martina Wolff / 28. August 2005. 15 grüne Kästen, 73 Mappen, einige Manuskripte und haufenweise Leserbriefe. Seit 1988 liegt ein Teilnachlass von Michael Ende in Marbach. Weitgehend unbenutzt und unerforscht. Weil kaum jemand davon weiß? Oder weil dabei nicht viel herauskommt? An Endes 10. Todestag (und Goethes 256. Geburtstag) wird dieser Nachlass öffentlich ausgepackt.

»Große, grüne Kisten stapeln sich im Humboldt-Saal des Deutschen Literaturarchivs in Marbach, auf der Schiller-Höhe. Der Nachlass von Michael Ende ist darin, der Nachlaß des Mythenschöpfers der alten Bundesrepublik, das, was von seinem Schreiben übrigblieb.« (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
 
ZEITKAPSEL 2. Gefilte Fisch. Der Nachlass von Max Fürst, gezeigt  von Jochen Meyer und gelesen von Birute Stern, Friedrich Pfäfflin und Reinhart Tgahrt / 8. Juni 2005. Moderation: Heike Gfrereis. Max Fürst, der am 2. Juni dieses Jahres 100 geworden wäre, entkam der Shoah. 1935 wanderte er mit seiner Frau Margot nach Palästina aus, 1950 kehrten beide nach Stuttgart zurück. Seine Autobiografie Gefilte Fisch machte ihn überregional bekannt. Sein Nachlass wird von der Tochter von Margot und Max Fürst, Birute Stern, und seinen langjährigen Weggefährten vorgestellt.

ZEITKAPSEL 1. Hans-Georg Gadamers ›Leipziger Karton‹, geöffnet von Ulrich von Bülow / 23. März 2005. Moderation: Jan Bürger. 1947 verschloss Hans-Georg Gadamer wichtige Dokumente in einem Karton, den er nie wieder ausgepackt hat. Was kommt aus diesem ›Leipziger Karton‹ heraus, wenn man ihn jetzt, nach fast 50 Jahren, wieder öffnet? Spektakuläre Zeugnisse eines »dialogischen Denkens« unter schwierigen politischen Bedingungen? Oder viel alltäglichere Papiere? Zum Erschließungsprojekt