Museum

Literaturvermittlung

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LINA 11. EDITION: Literatur in Bewegung: Kafkas Prozess
»Wenn man steht, ist der Kopf freier. Wenn man geht, kommt die Phantasie in Gang.« (Philip Roth) Eine Woche lang beschäftigen sich Jugendliche der Beruflichen Schulen Heilbronn mit der Wort- und Gedankenwelt von Franz Kafka. Indem sie Lesen in Bewegung umsetzen, tauchen sie in einen spielerischen Möglichkeitsraum ein. Am Ende der Woche versuchen sie die Sätze eines beliebig gewählten Textausschnittes in die richtige Reihenfolge zu bringen. Wie hat Kafka die Sätze gedacht? Nach welchen Regeln hat er sie geordnet? Welchen Sound hat dieser Roman und wie verändert sich seine Melodie, wenn die Sätze umgestellt werden? Betreuung: Elke Schmid und Maike Moreau. Gefördert von der Kulturstiftung des Bundes.

LINA 10. Zwischen den Welten: Oskar Pastior
Neun Schülerinnen und ein Schüler aus dem Literaturkurs der Freiberger Oscar-Paret-Schule, einer Ganztagsschule, entdecken Oskar Pastior. 1927 in Hermannstadt als Angehöriger der deutschen Minderheit der Siebenbürger Sachsen geboren, wird er 1945 in ein sowjetisches Arbeitslager deportiert. Nach vier Jahren darf er zurück. In den 60er Jahren veröffentlicht er seine ersten Gedichte, 1968 nutzt er einen Studienaufenthalt in Wien zur Flucht in den Westen und lebt dann vor allem in Berlin. Im Mittelpunkt der zehnten Literaturschule stehen Pastiors Gedichte: Wie schreibt man zwischen den Welten? Welche Sprache bleibt? Welche kommt? Ein Projekt des Jungen Exilmuseums Betreuung: Katrin Schuhmann, Andrea Thormählen, Silke Weber und Martina Wolff. 

LINA 9. Mascha Kaléko online. Ein virtuelles Exil-Museum von Schülern für Schüler

Mascha Kaléko ist eine der bekanntesten deutschsprachigen Lyrikerinnen und wird gern als weiblicher Erich Kästner bezeichnet. Viele ihrer heiter-melancholischen Gedichte wurden als Chansons vertont und berühmt. Geboren wurde sie 1907 in Galizien, 1914 übersiedelte sie mit ihrer Mutter und Schwester nach Deutschland, zunächst nach Frankfurt, dann nach Marburg und schließlich nach Berlin. Dort machte sie nach der Schule ein Lehre im im Büro des Arbeiterfürsorgeamts der jüdischen Organisationen Deutschlands und besuchte an der Universität Abendkurse in Philosophie und Psychologie, später für »Werbungs- und Publicity-Schreiben«. 1938 emigrierte sie mit ihrem zweiten Mann und  ihrem anderthalbjährgen Sonn in die USA. 1944 erhielt sie die amerikanische Staatsbürgerschaft.  1960 wanderte sie ihrem Mann zuliebe nach Jerusalem aus. Ihre geplante Rückkehr nach Berlin konnte sie nicht mehr realisieren. Sie starb 1975: »Wenn ich ›Heimweh‹ sage, sag ich ›Traum‹. / Denn die alte Heimat gibt es kaum. / Wenn ich Heimweh sage, mein ich viel: / Was uns lange drückte im Exil. / Fremde sind wir nun im Heimatort. / Nur das »Weh«, es blieb. / Das ›Heim‹ ist fort.« Die schriftlichen Spuren dieses Lebens im Exil liegen in den Magazinen des Deutschen Literaturarchivs. Schülerinnen und Schüler der Klasse 9d des Friedrich-List-Gymnasiums Asperg machen sie zum Gegenstand eines virtuellen Museums, das sie am 27. Januar 2013 auch öffentlich vorstellen: Mascha Kaléko online Betreuung: Andrea Thormählen, Senta Friedrich, Annika Christof und Magdalena Hack.

LINA 8. Der 35. Mai: Expedition Zukunft mit Erich Kästner. Du bist ein Fan von Erich Kästner? Du hast vielleicht Emil und die Detektive, Pünktchen und Anton oder Das fliegende Klassenzimmer gelesen? Wenn Du außerdem wissen möchtest, was es in einem Literaturmuseum zu sehen gibt, wenn du gerne liest und Geschichten schreibst, dann bist Du hier genau richtig. Wir werden das Buch Der 35. Mai von Erich Kästner lesen und die Geschichten über Konrad, seinen Onkel Ringelhuth und das Pferd Negro Kaballo weiter schreiben. Ein Höhepunkt: Die Erkundung der unterirdischen Gänge des Deutschen Literaturarchivs. Dort werden nämlich unter anderem Dinge von Erich Kästner aufbewahrt. In Zusammenarbeit mit der Hector-Kinderakademie. Betreuung: Andrea Thormählen und Magdalena Hack.

LINA 7. Lunoptikum. Sonne der Nacht: Vielen Dichtern war der Mond Freund und Weggefährte. Auch den in Marbach geborenen Mathematiker und Astronomen Tobias Mayer faszinierte der Erdtrabant. Er zeichnete Mondkarten, die lange unübertroffen blieben. Tobias Mayer starb am 20. Februar 1762. Sein 250. Todestag wird im kommenden Jahr von der Stadt Marbach und den Literaturmuseen umfangreich gewürdigt. Im Rahmen einer Schreibwerkstatt der Literaturschule LINA versetzen 21 Zehntklässler der Marbacher Tobias-Mayer-Schule den Namensgeber ihrer Schule in fiktive Welten. Am Ende wird ein Lunoptikum aus sieben Kapiteln entstehen. Als Zeitreisender, Gespenst oder historische Figur macht Tobias Mayer seine Geburtsstadt unsicher. Er taucht in Comics, Science-Fiction-Storys, Spukgeschichten, Raps oder Gedichten auf. Natürlich nie, ohne seinen treuen Begleiter aus dem All. Und dem geht es wahrlich an den Kragen: Der Mond wird aus seiner Umlaufbahn geschleudert. Auch die Erde droht ins Schlingern zu geraten. Tobias Mayer muss versuchen, den trudelnden Trabanten an seinen Platz zurück zu befördern. Ob ihm das gelingt? Auszüge aus ihrem Werk stellen die Jugendlichen im Rahmen einer Lesung am Sonntag, 5. Februar 2012 um 17.30 Uhr vor. Betreuung: Verena Staack und Andrea Thormählen. Videomitschnitt
Weitere Somgs: Liebe  Unsere Welt

LINA 6. Beziehungskisten. Ein Projekt mit dem Königin-Olga-Stift Stuttgart (März bis Juli 2011) / „Manchmal möchte ich nichts, als weggehen und nach Paris kommen, spüren, wie Du meine Hände anfasst, wie Du mich ganz mit Blumen anfasst und dann wieder nicht wissen, woher Du kommst und wohin Du gehst.“ Das schrieb Ingeborg Bachmann 1949 an Paul Celan, mit dem sie seit 1948 eine Liebesbeziehung hatte. Bachmanns Brief ist einer von sechs Beziehungs- oder Liebesbriefen, die Schüler der 12. Klasse genauer untersuchen. „Warum sind deine Briefe so dürr wie Bäume im Winter?“ fragt Hilde Domin ihren Mann Erwin Walter Palm. Die weiteren Briefe haben geschrieben: Friedrich Nietzsche an Lou Andreas-Salomé, Else Lasker-Schüler an Franz Marc, Yvan Goll an Paula Ludwig und Friedrich Gottlieb Klopstock an seine schwangere Frau Meta. Im Vorfeld der Ausstellung Ich liebe Dich gestalten die 20 Gymnasiasten eine eigene kleine Ausstellung zum Thema Liebe. Im Mittelpunkt stehen die sechs Briefe, von denen ausgehend das Verhältnis der Paare in künstlerisch gestalteten Beziehungskisten dargestellt wird. Die Ausstellung Beziehungskisten wird bei einer Präsentation des Projekts am Sonntag, 24. Juli um 11 Uhr im Schiller-Nationalmuseum eröffnet und endet am Sonntag, 29. Januar 2012. Betreuung:  Verena Staack und Andrea Thormählen.

LINA 5. Widerstehen. Ein Projekt mit der Friedrich-von-Keller-Schule Neckarweihingen (März bis Juli 2010) / Protest, Widerspruch, Einwand, Aufstand, Verweigerung, Widerrede, Renitenz, Anfechtung, Eigensinn, Zivilcourage - Widerstand hat viele Gesichter und ist keineswegs nur politisch zu verstehen. 13 Schülerinnen und Schüler der Friedrich-von-Keller Schule aus Neckarweihingen setzen sich von Oktober 2010 bis Januar 2011 mit verschiedenen literarischen Formen des Wider-Stehens auseinander. Fundstücke aus dem Archiv geben die Impulse: Manuskripte, Briefe und Bücher von Alfred Andersch, Max Frisch, Herta Müller, Franz Kafka und Berthold Brecht. Autoren, die sich gegen Satzstrukturen auflehnen, gegen ein Aufschreibsystem, gegen die Identität des Erzähl-Ichs. Die altersgemischte Gruppe (Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 8) stellt Exponate dieser Autoren beim Seitenwechsel »Wach geküsst!« am 6. Dezember im LiMo vor.
Ein Mosaik aus selbst Verfasstem und kleinen szenisch dargestellten Texten zeigen die Jugendlichen bei der Präsentation ihres Projekts am Sonntag, 30. Januar 2011 um 11 Uhr im Literaturmuseum der Moderne. Widerstand ist an der Neckarweihinger Schule übrigens Programm: Die Hauptschule soll geschlossen werden. Dagegen wehren Schüler und Lehrer sich bislang erfolgreich. Betreuung: Andrea Thormählen mit Katrin Sterba.

LINA 4. Uhländer zeigen Flagge. Mit dem Schriftzug ins Museum. Ein Projekt mit der Uhlandschule Marbach (April bis Juli 2010) / »Wo der eine Schatten siehet / Sieht der andere goldnes Licht«, dieses Zitat aus Uhlands Gedicht Bidassoabrücke ist für zwölf Schüler der Marbacher Uhlandschule der Brückenschlag ins Schiller-Nationalmuseum. Wer war der Namensgeber ihrer Schule und was findet sich von dem Dichter in der neuen Dauerausstellung des Museums? Ist Ludwig Uhland in der Schule jemand anderes als im Museum? In den Vitrinen des Museums finden sich viele alte Papiere mit oft geheimnisvoll anmutenden und nicht immer leicht zu entziffernden Texten. Sie zeigen den Dichter humorvoll, spielerisch und rebellisch. Die Schüler der Förderschule experimentieren mit verschiedenen Schriftarten, entwickeln ihre eigene Schrifttype und gestalten zuletzt mit Uhlands Texten Fahnen. Die Verbindung zwischen Schule und Museum wird sichtbar gemacht. Über die Sommermonate werden die Fahnen der Schüler den Weg der Besucher zur Schillerhöhe einladend begleiten. Am 18. Juli wurde der Fahnenweg zwischen Uhlandschule und Museum feierlich eröffnet. Treffpunkt ist der Pausenhof der Uhlandschule. Betreeung: Andrea Thormählen. In Zusammenarbeit mit Cordula von Kolzenberg, Myriam Hildebrand, Martina Wolff, Isabel Frey und Verena Hünig. Projektfilm Eröffnungsrede von Andrea Thormählen

LINA 3. Neues aus Phantásien. Unendliche Buchgeschichten. Ein gemeinsames Projekt mit der Erich-Kästner-Realschule Steinheim (September 2009 bis Februar 2010) / Bücher faszinieren und verzaubern. Nicht nur in Form der Geschichten, die sie enthalten, sondern auch als sinnlich erfahrbare Gegenstände. Grund genug, sie zum Schwerpunkt eines LINA-Projekts zu machen. Fünft- und Sechstklässler der Erich-Kästner-Realschule in Steinheim tauchen in die Buchwelt des Archivs ein und heben ihre schönsten Schätze. Das kleinste Buch zum Beispiel – einen Winzling von zwei mal zweieinhalb Zentimetern, in dem, mit bloßem Auge kaum mehr lesbar, Schillers Lied von der Glocke abgedruckt ist. Oktavformat, Satzspiegel, Lesebändchen, Pop-Up-Buch: Die Schüler lernen Bücher von ihrer handwerklichen Seite her kennen und erfahren, dass Geschichten sich nicht immer nur zwischen zwei Pappdeckeln befinden. Bücher als Tummelplatz der Phantasie: Als roter Faden zieht sich Die unendliche Geschichte von Michael Ende durch die Veranstaltung – eine der großartigsten Hommagen des 20. Jahrhunderts an die Kraft der Phantasie. Das Manuskript des Buches aus dem Jahr 1979 ist im LiMo zu sehen, denn ein Teil des Nachlasses von Michael Ende wird im Deutschen Literaturarchiv aufbewahrt. Mehrfach heißt es in seinem Buch: Doch diese Geschichte soll ein anderes Mal erzählt werden. Die Steinheimer Kinder nehmen diesen Satz zum Anlass, selbst eine Geschichte zu schreiben, in der Figuren oder andere Elemente aus Phantásien – dem Land, das in der „Unendlichen Geschichte“ vom Nichts bedroht ist – eine Rolle spielen. In Papp-Boxen sammeln sie über mehrere Wochen hinweg ihre Ideen und lernen, wie spannende Geschichten konstruiert werden. Schließlich wird die selbst geschriebene Geschichte zum Buch: Zu den Texten werden passende Buchformen entwickelt. die zum Abschluss des Projekts am 7. Februar 2010 in einer Ausstellung gezeigt werden. Parallel zu ihrem Buch-Projekt beteiligen sich die Schüler an der Aktualisierung der Dauerausstellung im LiMo am 10. Dezember. Betreuung: Andrea Thormählen und Verena Staack.

LINA 2. Ab ins Windloch! Die Archivforscher suchen Peter Hacks. Ein Projekt mit der Astrid-Lindgren-Schule Erdmannhausen und der Grundschule Rielingshausen (September 2008 bis Januar 2009) / In der Geschichte von der sehr kleinen Insel tritt ein Dichter auf. Er heißt James Krüss. Geschrieben hat die kuriose Erzählung Peter Hacks. Warum darin ausgerechnet der Helgoländer Kinderbuchautor vorkommt? Hacks und Krüss waren Freunde. Mehr als 40 Jahre lang schrieben sie sich. Ihre Korrespondenz ist die Tür, durch die sechzehn Dritt- und Viertklässler der Astrid-Lindgren-Schule in Erdmannhausen und der Grundschule Rielingshausen das Marbacher Reich der 1.100 Schriftsteller-Nachlässe betreten.Vier Monate lang nahmen die Grundschüler den Nachlass von Peter Hacks genau unter die Lupe. Sie suchten nach den Stellen, von denen die literarische Fantasie ihren Ausgang nimmt. Der Titel ist Programm: Während eines Windlochs – einer plötzlich eintretenden Flaute auf See, also aus dem Nichts heraus – beginnt Hacks die Geschichten von Henriette und Onkel Titus zu erzählen. Die Reise in die Welt der Fiktion nimmt unerwartete Wendungen und so schnell kein Ende. Für die Schüler führte sie in Marbach durch die Magazine, die Sammlungen der Handschriftenabteilung und der Bibliothek, in die Dauerausstellung des LiMo und am Ende auf den eigenen Schreibtisch. Am 6. Dezember 2008 stellten sie in einer Familienführung um 15 Uhr die Stücke vor, die sie aus dem Nachlass von Hacks für den Seitenwechsel ausgesucht hatten. Am 1. Februar 2009 lasen sie in einer Matinee aus ihren eigenen Texten, die sie in den Fußstapfen von Hacks verfassten und aus denen ein selbstgemachtes Buch wurde. Betreuung: Andrea Thormählen und Verena Staack.

LINA 1. Eine Audioführung von Jugendlichen für Jugendliche. Ein Projekt mit dem Friedrich-Schiller-Gymnasium Marbach (September 2008 bis Januar 2009) / Welche der über 1.300 Exponate in der Dauerausstellung des Literaturmuseums der Moderne fallen Jugendlichen sofort ins Auge? Welche Dinge faszinieren sie, fordern heraus, inspirieren, befremden? Welche Texte schlagen die Brücke zu ihrer Lebenswirklichkeit und zu ihren Träumen? Suchen sie sich die Objekte aus, die die Erwachsenen für sie auswählen würden: Gedichte über die erste Liebe, Jugendromane, Literatur von Außenseitern, den Steppenwolf, Frühlings Erwachen, Pop-Literatur, Songs, Blogs? Die literarische Moderne ist eine Literatur für die Jungen, eine Literatur der Pubertät und der Frühbegabung, und ihre im LiMo ausgestellten berühmten Vertreter – wie Hofmannsthal, Rilke, Kafka, Hesse, Wedekind, Döblin – sind alle nicht älter als 18, als sie mit dem Schreiben beginnen. Sechs Schüler der 7. Klassen des Marbacher Friedrich-Schiller-Gymnasiums entwarfen und realisierten die Audioführung, die sich an ihre eigene Generation richtet. Neben dem analysierenden wie kreativen Umgang mit Sprache, mit Texten und Dokumenten des kulturellen Gedächtnisses im Museum nutzten die Schüler das Deutsche Literaturarchiv Marbach als Lernort, als Labor für eigene Forschungen. Sie arbeiteten in der Bibliothek, recherchierten in der umfangreichen audiovisuellen Sammlung der Dokumentationsstelle und produzierten im hauseigenen Tonstudio ihren Audioguide. Das Projekt wurde in einem Film dokumentiert und am 1. Februar 2009 öffentlich vorgestellt. Betreuung: Martina Wolff.